Zwei Tage mit dem Fluchtrucksack - Dafür brauchst du die Ausrüstung

Hast du einen Fluchtrucksack?

Obwohl der Gedanke, jederzeit bereit zur Flucht zu sein, lange Zeit belächelt wurde, packen sich langsam immer mehr Menschen

In unserer Artikelserie zum Fluchtrucksack wollen wir die praktische Seite zeigen: Keine langen Listen mit Equipment und Trockennahrung, die in so einen Rucksack gehören, sondern eine Darstellung dessen, wie die Anwendung eines solchen Fluchtrucksacks und seines Inhalts "im Feld" aussehen würde. Dazu liefern wir Tipps und Tricks zum Umgang mit dem Fluchtrucksack.

Schnapp dir deinen Fluchtrucksack und nichts wie raus hier!

Nehmen wir an, in deiner Umgebung passiert etwas, das  dich dazu veranlasst, dein Haus oder deine Wohnung zu verlassen. Das kann ein Hochwasser sein, ein Reaktorunfall, eine giftige Wolke aus einem Chemiewerk, ein langer Stromausfall, oder oder oder. Zum Glück hast du dich auf genau so etwas vorbereitet: In deiner Wohnung steht ein fertig gepackter Fluchtrucksack, der dich mindestens 5 Tage lang völlig autark macht.

Je nach Ausgangslage und Situation hast du die Möglichkeit, in einer von Rettungsdiensten bereitgestellten Sammelunterkunft unterzukommen - das passiert, wenn dein Block, Stadtteil oder die gesamte Stadt evakuiert wird. Oder du musst eigenständig dafür sorgen, deine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Vielleicht bist du alleine unterwegs, vielleicht mit deiner Partnerin oder deinem Partner, mit deinem Kind, anderen Familienmitgliedern oder deinem Haustier.

Alle diese Situationen haben eines gemeinsam: Der Fluchtrucksack wird dir über die gesamte Dauer deiner Flucht ein überlebenswichtiger und treuer Begleiter sein. Du greifst dir den Rucksack und bist schon unterwegs.

Dein Weg aus der Stadt

Jetzt bist du auf dich gestellt, innerhalb weniger Stunden musst du dein näheres Umfeld verlassen. Die Rettungskräfte hatten noch keine Zeit, auf die Situation zu reagieren, und du kannst nicht davon ausgehen, dass dich überhaupt jemand retten kommen würde. Dank deiner Vorbereitung hast du aber nicht nur einen Rucksack, sondern auch etwas, das noch viel wichtiger ist: Du hast einen Plan und ein Ziel.

Du weißt genau, dass außerhalb der Stadt, in 40 Kilometer Entfernung, ein kleines bebautes Grundstück auf dich wartet, das du zusammen mit einer Gruppe Gleichgesinnter erworben hast. Dort sind Nahrungsmittel, Ausrüstung - und vor allem deine Freunde, auf die du dich verlassen kannst.

Deine Wohnung liegt etwas abseits, deshalb wirst du dich erst auf dem Grundstück mit den anderen zusammenschließen können. Bis dahin bist du mit deinem Fluchtrucksack allein.

Aus deinem Rucksack holst du einen Stadtplan und einen Kompass hervor. Die beste Fluchtroute hast du bereits eingezeichnet - sie führt dich abseits der großen Straßen und Plätze zur Stadtgrenze. Dank der Energieriegel und deiner Wasserflasche schaffst du die nächsten 8 Kilometer in kurzer Zeit und ohne Schwierigkeiten.

An der Stadtgrenze angekommen nimmst du dir eine Minute zum Kräftesammeln und versteckst dich in einem Waldstück. Du holst dein Nottelefon hervor, das stets voll aufgeladen ist, eine aktivierte SIM-Karte enthält und in dem du die Nummern aller wichtiger Kontakte abgespeichert hast. Da die Mobilfunknetze noch funktionieren, setzt du eine SMS an diejenigen ab, die wissen sollen, dass es dir gut geht.

Hindernisse am Nachmittag

Bald stellst du fest, dass deine Wasserflasche leer ist - du schaust auf die Karte und siehst einen Bach auf deiner Route. Dort füllst du die Flasche mit deinem handpumpenbetriebenen Wassserfilter wieder auf. Da Wasser so wichtig ist, hast du dich mehrfach abgesichert - in deinem Rucksack befinden sich auch Wasserreinigungstabletten.

Du nimmst dir vor, an diesem Tag noch 15 Kilometer zu schaffen, bevor du dein Lager aufschlägst. Da es schon am Nachmittag ist, musst du deine Geschwindigkeit erhöhen. Kein Problem, denn du bist gut in Form: Neben dem Fitnessstudio gehst du auch ab und zu mit einem schweren Trekkingrucksack in die Wildnis, daher bist du lange Märsche unter hoher Belastung gewohnt. Und sollte sich doch eine Blase bilden, hast du neben der Verbandstasche auch Blasenpflaster in deinem Rucksack.

Irgendwann schlägt das Wetter um, es beginnt zu regnen. Im Fluchtrucksack hast du einen Poncho, den du nun anziehen kannst. Außerdem hast du alles in Trockensäcke eingepackt, sodass deine Ausrüstung nicht nass wird. Selbst wenn deine Kleidung durchnässt wäre, hättest du sofort ein trockenes Kleidungsset aus Unterwäsche, Socken und T-Shirt parat.

Die Mini-Wohnung im Fluchtrucksack

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit ist es höchste Zeit, ein Lager aufzuschlagen. Du hast noch einen halben Tagesmarsch vor dir. Dank deiner dynamobetriebenen Kopflampe hast du etwas Licht, während du an einem sichtgeschützten Ort deine Schlafstätte aufbaust: Eine Hängematte mit einer darüber per Seil aufgespannten Bauplane. In die Hängematte legst du eine Isomatte ein, um dich zusätzlich warm zu halten.

Auch dein Magen macht sich langsam bemerkbar. Mit einem einfachen Hobo-Ofen, etwas Esbit-Brennstoff, einem Feuerzeug, etwas Wasser und einer Metalltasse machst du dir ein Trockennahrungsgericht warm. Zusätzliche Kalorien erhältst du über eingepackte Weizenriegel.

Nun ist es an der Zeit, dich über die Katastrophensituation auf den neusten Stand zu bringen. Du holst das kleine Kurbelradio aus dem Fluchtrucksack, steckst deine Ohrstöpsel ein, und empfängst eine Radiosendung. Wie du erfährst, war es eine gute Entscheidung, die Stadt zu verlassen - dort ist bereits ein Notstand ausgebrochen. Du entscheidest dich, schlafen zu gehen, um die restlichen Kilometer in aller Frühe in Angriff nehmen zu können.

Zwei Dinge kannst du in deinem Rucksack lassen, weil du sie hier draußen nicht brauchst: Eine Schlafmaske und Oropax. Wenn du aber jetzt stattdessen in einer Massenunterkunft wärst, würden diese beiden Helfer dir wertvolle Dienste leisten.

Dafür triffst du eine andere Vorsichtsmaßnahme: Um dein Lager herum spannst du eine Schnur und befestigst das Ende am Auslöser-Stöpsel eines Taschenalarms. Sollte sich jemand nähern und gegen die Schnur treten, wirst du sofort geweckt. Alternativ kannst du auch mit etwas Draht und einem Zangen-Multitool eine Stolperfalle bauen.

In deinen Fluchtrucksack hast du auch Hygieneartikel gepackt: Zahnbürste und Zahnpasta helfen dir, deine Gesundheit und Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Ein Tag ohne Zähneputzen mag noch kein Problem darstellen, eine Woche dagegen schon. Da du dir nicht vollkommen sicher sein kannst, wann du auf deine Gruppe treffen wirst, achtest du besser von Anfang an auf deine Hygiene. Auch das eingepackte Toilettenpapier ist ein willkommener Luxus.

Die Nacht verläuft zum Glück ruhig, kurz vor Sonnenaufgang stehst du auf und setzt dich auch schon in Bewegung. Doch als du bei einer kurzen Pause deinen Rucksack abnimmst passiert es: Eine der Kunststoffschnallen bricht durch, du kannst den Hüftgurt nicht mehr schließen. Der Tragekomfort ist nun erheblich eingeschränkt. Wenn du in wenigen Kilometern auf deine Gruppe triffst, wirst du davon nichts spüren - aber was, wenn etwas dazwischen kommt und du noch viel weiter laufen musst? Doch auch hierauf hast du dich vorbereitet: Im Fluchtrucksack sind neben Nähzeug, Nieten und Expoxidharzkleber auch einige Ersatzschnallen. Diese bringst du einfach an und läufst bequem weiter.

Du denkst darüber nach, wie es wäre, wenn du dich weniger gut vorbereitet hättest und deine Lage entsprechend düster aussähe. In deinem Fluchtrucksack hast du auch Gegenstände, die dir helfen, dich zu motivieren und zu improvisieren: In einer wasserdichten Tasche hast du neben Kopien deines Ausweises und anderer wichtiger Dokumente noch einige Fotos von dir wichtigen Personen - diese werden dir in scheinbar hoffnungslosen Situationen die Kraft geben, doch noch weiterzumachen. In einem versteckten Fach auf der Rückseite deines Gürtels trägst du außerdem Bargeld bei dir.

Lust am Thema? Schau dir doch mal die kostenlose Leseprobe des Buches "Fluchtrucksack" von A. Carley an.

 

Zum Download der Gratis-Leseprobe

 

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Dein Zielort ist etwas versteckt, aber du hast dir einige kryptische Wegbeschreibungen, die nur du verstehst, auf deinen wasserfesten Notizblock notiert. So triffst du am Mittag auf dem Grundstück ein. Es sind bereits ein paar Leute aus deiner Gruppe da, die dich in Empfang nehmen. Andere fehlen noch - ihr hofft, dass sie alle noch eintreffen werden.

Hier habt ihr erstmal alles, was ihr für einige Zeit braucht: Lebensmittel, Wasser, Ausrüstung, und vor allem andere Menschen, die sich ebenso gut wie du vorbereitet haben und eine Vielzahl an nützlichen Fähigkeiten einbringen. Über das Radio erfahrt ist, dass die Lage in der Stadt immer noch angespannt ist. Wann ihr zurückkehren könnt, steht in den Sternen. Doch für den Moment bist du in Sicherheit und weißt jetzt ganz genau, warum du dir vor einigen Jahren deinen Fluchtrucksack in den Schrank gestellt hast.

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