Wild Island - Die Sendung von Pro 7 im Survival-Check | Teil 4 & Fazit

Wild Island ist vorbei, das Schwein tot und acht der anfangs 14 Teilnehmer haben bis zum Ende durchgehalten. Survival-Fans konnten nachverfolgen, was in einer Survival-Situation funktioniert und nicht funktioniert. Vor allem aber lassen sich viele Fehler und Lehren aus Wild Island auch auf den Alltag und das Berufsleben übertragen - Gruppenbildung, Diskussionskultur und Orientierung, um nur ein paar zu nennen.

Wir haben die Sendung mit drei Hintergrund-Survival-Artikeln begleitet. Dabei sind spannende und überraschende Fragestellungen aufgekommen, mit denen wir manchmal selbst nicht gerechnet hatten. Wenn du noch nicht alles gelesen hast, findest du weiter unten eine Übersicht der einzelnen Themen.

Zum Abschluss möchten wir noch ein Thema ansprechen, das sich durch sämtliche Folgen zieht und dein Überleben in einer Survival-Situation bis auf den Kern mitbestimmt. Nämlich die Frage: Wie stehst du morgens auf, und wie gehst du abends ins Bett - und wie bist du dazwischen drauf?

Warum die Erfolgspsychologie über Leben und Tod entscheidet

Zwar haben einige der Teilnehmer es bis zum Ende der Sendung geschafft - wären sie aber in einer echten Survival-Situation, hätten sie über den einen Monat hinaus vermutlich nicht viel länger durchgehalten. Die Gruppe war dehydriert, ausgehungert, unkoordiniert, und vor allem: Schlecht drauf. Uns schien es so, dass es auf Wild Island nur zwei Gemütszustände gibt: Mecker-Modus (Normalzustand) und Jubelstimmung (wenn etwas geklappt hat, z.B. Fisch gefangen). Eine positive, optimistische Grundstimmung dagegen haben wir vergeblich gesucht.

Das beginnt bei der morgendlichen Besprechungsrunde: Jeder der Teilnehmer zählt auf, wie schlecht er geschlafen hat, welche Körperteile gerade weh tun, und dass sowieso alles ziemlich doof ist. Das erzeugt zwei Dinge: Schlechte Laune beim Redner selbst, und schlechte Laune in der Gruppe allgemein. Man nehme diesen Effekt 14 Mal hintereinander, und zwar jeden Morgen - mit genau dieser Stimmung sind alle Teilnehmer in den Tag gestartet.

Als einer der Teilnehmer das unbewusste Schlechte-Laune-Ritual zur Sprache bringt (zugegebenermaßen in unkonstruktiver Ausdrucksweise), weist ihn die Gruppe hart und deutlich zurück. Der Mensch will nun einmal meckern und Mitleid erzeugen.

Nur geht das in einer Survival-Situation nicht gut. Wer mit einer Alles-Ist-Doof-Mentalität in den Tag startet und bis zum Abend dabei bleibt, ist weder effektiv noch effizient, noch kann diese Person die für Survival nötige Widerstandsfähigkeit aufbringen (Hunger, Durst, körperliche Anstrengung, Geduld). Verstärkt wird dieser Effekt durch den Umstand, dass jeder Teilnehmer zu jeder Zeit abbrechen und die Insel verlassen kann.

In aller Deutlichkeit: Wer in einer Survival-Situation nur meckert, der überlebt nicht lange. In unseren Survival-Camps bilden wir deshalb zielgerichtet die sogenannte Erfolgspsychologie aus. Hier geht es darum, sich den Survival-Herausforderungen mit Zuversicht und Optimismus zu stellen, anstatt von Anfang an zu sagen: "Das schaffe ich doch eh nicht und alles ist doof". Wenn jeder in der Gruppe diese Zuversicht teilt, entsteht eine mächtige Gruppendynamik, in der jedes Gruppenmitglied mehr leistet und Diskussionen oder Streitereien abnehmen bzw. leichter zu vertragen sind.

Gleichzeitig bedeutet es: Wenn in der Gruppe wenige Mitglieder dauerhaft im Mecker-Modus sind, hat die Gruppe ein Problem. Genauso wie ein einziger Tropfen Jauche einen ganzen Wassereimer ungenießbar macht, so bringt ein einzelner Meckerer die Erfolgs-Stimmung der Gruppe ins Wanken. Deshalb: Schnell reagieren, den Meckerer vom Gegenteil überzeugen oder im absoluten Notfall aus der Gruppe ausschließen.

So erzeugst du eine positive Grundstimmung in der Gruppe:

  • Zur morgendlichen Runde nur wirklich wichtige Beschwerden erwähnen, die ggf. medizinisch behandelt werden müssen.
  • Das aufzählen, worüber man froh und dankbar ist - zum Beispiel, was am Tag davor alles geklappt hat.
  • Einen Plan aufstellen, was jeder am neuen Tag schaffen und erreichen will.
  • Sich gegenseitig im positiven Denken bestärken.
  • In jeder Situation einen positiven Kern entdecken.

Freude sollte nicht die Abwesenheit von schlechter Laune sein. Zuversicht sollte nicht die Abwesenheit von Pessimismus sein. Im Gegenteil müssen Freude und Zuversicht die Grundstimmung sein, die jedes Gruppenmitglied von Morgen bis Abend in sich trägt. Nur so kann eine Gruppe in einer Survival-Situation nachhaltig bestehen und gerettet werden.

Die Themen unserer Survival-Checks von Wild Island in der Übersicht

 

Survival-Check von Wild Island Teil 1:

  • Warum Feuer wichtiger ist als Wasser, Nahrung und Unterkunft.
  • Warum richtige Gruppenbildung essentiell zum Überleben ist.
  • Wie bildet man eine feste und stabile Gruppe?
  • Wie viel Demokratie braucht Survival?
  • Welche Möglichkeiten der Wassergewinnung hat man auf einer Tropeninsel?

 

Survival-Check von Wild Island Teil 2:

  • Was kann man tun, um sich im Wald nicht zu verlaufen?
  • Wie kann man Laufwege zuverlässig  abmessen?
  • Kann man mit einer Brille ein Feuer machen?
  • Was tun gegen Planlosigkeit in der Gruppe?

 

Survival-Check von Wild Island Teil 3:

  • Wie putzt man sich in der Wildnis die Zähne?
  • Woher bekommt man dringend benötigte Mineralstoffe?

 

Die Folgen von Wild Island kannst du dir hier online ansehen.

 

Der Survival-Check Wild Island: Unser Fazit

Wie echt ist Wild Island? Wie viel Survival steckt wirklich in der Sendung? In unseren Augen hat Wild Island dem Survival-Fan viel geboten, aus dem er lernen und wachsen kann. Die Sendung konnte zudem eine gute Balance zwischen Survival-Techniken und den Gruppendynamiken halten und ist dadurch nicht zu einem "Big Brother auf der Insel" verkommen. Wir freuen uns auf eine zweite Staffel und sind dann natürlich wieder von Anfang an mit dabei, um dich mit Hintergrundwissen und Survival-Checks zu versorgen!

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