Wild Island - Die Sendung von Pro 7 im Survival-Check | Teil 2

Unser erster Survival-Check zur Pro7-Sendung Wild Island hat ergeben: Sehr interessant für Survival-Interessierte; Feuer ist wichtiger als Wasser und Nahrung; Demokratie in der Wildnis funktioniert nur eingeschränkt; Gruppenbildung und Gruppenhierarchie sind essentiell - und eine Schweinejagd sollte man vorher gut planen.

Wie zu erwarten war, lebt das Schwein vom Ende der ersten Folge noch, aus der Jagd ist nichts geworden. Stattdessen kämpft sich der Wassertrupp noch immer durch den Urwald und scheint sich verlaufen zu haben. Sie wissen nicht, wo sie sind - und nachdem sie das Wasserloch gefunden hatten, wissen sie auch nicht, wie genau sie zurückkommen.

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Was kann man tun, um sich nicht im Wald zu verirren?

Selbst wenn man die Himmelsrichtung kennt, kann man sich im Wald verirren oder besondere Punkte wie einen Weg oder den Strand verfehlen. Der Wassertrupp kann auf seiner nächsten Tour zwei Dinge tun, um sich leichter orientieren zu können:

  1. Markierungen auslegen oder verursachen. Das können zum Beispiel Bänder oder Seile sein, die die Teilnehmer am Strand gefunden haben (in der ersten Folge war z.B. ein blaues Seil zu sehen). Oder die Teilnehmer schlagen mit der Machete tiefe Markierungen in die Bäume. Da dies aber dem Baum schadet, wäre die erste Option zu bevorzugen.
  2. Distanzmessung. Ein großes Problem scheint zu sein, dass die Teilnehmer nicht wissen, wie weit das Wasserloch vom Strand entfernt ist. Mit einem einfachen Trick können sie die Distanz genau messen - wie genau das funktioniert, erklären wir dir im Fazit dieses Artikels.

Wie gut kann man Feuer mit einer Brille machen?

Während eine Gruppe sich am Feuerbohrer versucht, experimentiert eine andere Gruppe mit Sonne und Lesebrille. Letztendlich gibt der Brillentrupp erfolglos auf.

Wie gut oder schlecht lässt sich mit einer Brille ein Feuer entzünden? Damit Sonnenlicht gebündelt werden kann, brauchst du eine sogenannte Sammellinse (siehe Wikipedia), etwa ein Lupe. Auch bei Brillen kommen Sammellinsen zum Einsatz, allerdings nur bei Brillen für Weitsichtigkeit. Damit lässt sich unter direkter Sonneneinstrahlung ein guter Zunder innerhalb weniger Sekunden zum Brennen bringen.

Warum das Feuermachen mit der Brille in Wild Island gescheitert ist, kann vor allem diese beiden Gründe haben:

  • Die Bündelung durch das Brillenglas war nicht stark genug (schwache Brille).
  • Es wurde schlechter Zunder verwendet (zu groß, nicht komplett trocken).

Grundsätzlich ist eine Brille oder Lupe aber eine sehr schnelle und einfache Art, ein Feuer zu machen.

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Kann und sollte man Regenwasser trinken?

Zum ersten Regen stellen die Teilnehmer endlich Behälter auf, um das Wasser zu fangen, und bauen später sogar richtige Trichter aus alten PET-Flaschen. Der Survival-Trainer warnt allerdings: Im Regenwasser sind keine Mineralien enthalten, daher ist Regen keine nachhaltige Wasserquelle.

Auf der einen Seite: Das ist vollkommen richtig, denn der Körper benötigt Mineralien zum Funktionieren (eine Auflistung findest du hier). Regenwasser ist praktisch destilliertes Wasser. Dieses zu trinken ist nicht ganz unproblematisch - entgegen mancher Horrorgeschichten ist destilliertes Wasser zwar nicht direkt giftig, allerdings kann es im Verlauf mehrerer Tage den Mineralienhaushalt des Körpers durcheinander bringen.

Auf der anderen Seite: Das passiert nur, wenn man in dieser Zeit keine Mineralien auf anderen Wegen zu sich nimmt. Den Großteil der Mineralien nehmen wir ohnehin über unsere Nahrung auf, nicht über Wasser. Fasten mit destilliertem Wasser ist daher eine schlechte Idee - eine normale Ernährung mit destilliertem Wasser sollte aber zumindest einige Wochen lang gut gehen. Hier stellt sich nur die Frage, wie ausgewogen die Inselbewohner sich ernähren können. Obst, Fisch und Meeresfrüchte enthalten viele Mineralien und stehen auf Wild Island zur Verfügung.

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Was tun gegen Planlosigkeit?

Ein Thema aus der ersten Folge zieht sich auch durch die zweite: Es gibt keine wirkliche Gruppe, und damit auch keine Aufgabenverteilung. Aktuell geschehen Dinge spontan und planlos. Eine der Teilnehmerin prangert dies an und will einen Gruppenführer ernennen - die anderen sind mit ihrem aktuellen Demokratiemodell zufrieden.

Das Für und Wider von Demokratie in einer Survival-Situation haben wir schon im ersten Teil unseres Checks behandelt. Wir denken, dass die Teilnehmerin recht hat. Aufgrund der aktuellen sozialen Dynamik und der schwierigen Persönlichkeit der Teilnehmerin findet ihr Vorschlag allerdings kein Gehör.

Warum ist aber ein Gruppenführer so wichtig? Weil dann keine Situation entsteht, in denen einzelne Personen nichts zu tun haben oder sich willentlich oder unwillentlich abschotten. Bear Grylls hat dies in einer Folge von Man vs. Wild gut auf den Punkt gebracht, indem er sinngemäß sagt: "Beim Survival musst du immer etwas zu tun haben, denn sonst beginnst du, dir Gedanken über die Zukunft zu machen. Es entstehen Zweifel und Ängste."

Solange es den Teilnehmern nicht gelingt, eine funktionierende Aufgabenverteilung zu errichten, sehen wir die Gruppe als gefährdet an. Schon jetzt war zu sehen, dass Teilnehmer über andere lästern und sich einzelne Mitglieder absondern.

Das Fazit unseres Survival-Checks Wild Island:

Wir sind wirklich gespannt, wie sich die Frage nach der Gruppenführung entscheiden wird - wählen die Teilnehmer einen Anführer und erhalten dadurch eine Richtung und eine effiziente Aufgabenverteilung, oder bleiben sie bei ihrer spontanen "Wir entscheiden alle"-Methode?

Wenn du in der Natur unterwegs bist, ist es oft schwierig, Distanzen einzuschätzen. Wie weit bin ich schon gelaufen, welcher Weg liegt noch vor mir? Mit diesem einfach Trick kannst du deinen zurückgelegten Weg auf wenige Meter genau bestimmen:

  • Miss dir einen Weg von 100 Metern ab. Wenn du keine Messgeräte zur Verfügung hast, nimm Gegenstände, deren Länge du kennst, oder mach deine beste Schätzung basierend auf einzelnen Schritten.
  • Gehe diese Strecke mit normalen Laufschritten ab und zähle die Schritte. Merke dir, wie viele Schritte du für 100 Meter benötigst.
  • Sammle 10 kleine Steine oder ähnliche Gegenstände, die du in deinen Hosentaschen aufbewahren kannst.
  • Nun kannst du deinen Laufweg messen, indem du deine Schritte zählst. Bist du bei 100 Metern angekommen, nimmst du einen Stein aus der einen Hosentasche und steckst ihn in die andere.
  • Sobald du in einer Tasche 10 Steine hast, bis du einen Kilometer weit gegangen. Nimm die Steine wieder zurück in die erste Tasche und beginne wieder bei 0.

 

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