Verhalten im Brandfall: Bei Feuer im Haus richtig handeln

Jedes Jahr wird die Feuerwehr rund 50.000 Mal gerufen, um Brände in Haus und Wohnung zu löschen. Die häufigsten Brandursachen sind elektrische Defekte, verursacht durch technische Geräte und menschliches Fehlverhalten. 

Was kannst du tun, wenn es in den eigenen vier Wänden brennt? Und welche einfachen Möglichkeiten gibt es, ein Feuer möglichst früh zu entdecken? Wir zeigen dir Tipps, die du bei einem Hausbrand wissen solltest.

Verhalten im Brandfall

Zuallererst gilt es bei einem Brandfall, Ruhe zu bewahren, denn hektisches Verhalten kann zu unüberlegten Reaktionen führen.

Handelt es sich um einen Entstehungsbrand (d.h. der Brand hat gerade erst begonnen), kannst du versuchen, ihn eigenständig zu löschen. Löschdecke und Feuerlöscher eignen sich zur Bekämpfung von Entstehungsbränden. Die Löschdecke wird meist in einer Box oder einem Koffer aufbewahrt und faltet sich beim Herausziehen automatisch auseinander.

Bei einem Brand hältst du die Decke als Schutzschild vor deinen Körper und näherst dich vorsichtig dem Brandherd. Die Löschdecke möglichst faltenfrei über den Brandherd legen, damit die Flammen komplett erstickt werden. Die Decke erst wieder entfernen, wenn sie abgekühlt ist.

verhalten-brand-brandfall-feuer-03Gibt es einen Feuerlöscher in deiner Wohnung, ist es von Vorteil, sich mit dessen Bedienung vertraut zu machen. Allgemein gilt, ein Feuer mit dem Wind und an der Flammenwurzel von vorn nach hinten zu löschen. Brennen feste Stoffe, kann stoßweises Löschen die Löschprozedur beschleunigen. Bei brennenden Flüssigkeiten in einem Zug flach über die Brandfläche löschen.

Wenn du siehst, dass sich ein Brand nicht mit einem Löschgerät löschen lässt, solltest du den Raum schnellstmöglich verlassen. Um dein Leben nicht zu gefährden, vermeide es, dich in Ruhe anzukleiden und Schmuck sowie Wertsachen zusammenzusuchen.

Verhalten im Brandfall: Vorsicht vor dem Rauch

Was viele nicht wissen: Das Gefährlichste an einem Brand sind nicht die Flammen - sondern der Rauch, sich hauptsächlich aus Kohlenmonooxid und Kohlendioxid zusammensetzt. Diese geruchlosen Gase können durch unbemerktes Einatmen innerhalb von 2 bis 3 Minuten zur Bewusstlosigkeit und letztendlich zum Tode führen. 

Schließe alle Türen und Fenster zum Brandherd, um die Flammen und die Hitze, aber auch den Rauch und Qualm zurückzuhalten. Beim Verlassen der Wohnung auch die Tür zum Treppenhaus hinter dir schließen. Danach umgehend die Feuerwehr alarmieren.  

Verhalten bei Feuer in einem geschlossenen Raum

Wenn du in einem Raum eingeschlossen bist, verhindern feuchte Tücher vor der Tür zum Brandherd und dem Schlüsselloch, dass Rauch eintritt. Am geöffneten Fenster kannst du die Feuerwehr auf dich aufmerksam machen.

Lässt es sich nicht vermeiden, durch einen verrauchten Raum ins Freie zu gelangen, bewege dich möglichst in gebückter Haltung oder kriechend über den Boden. Da der Rauch immer zur Decke steigt und die Konzentration des giftigen Qualms in Bodennähe am geringsten ist, schützt dich diese Haltung.  

Geschlossene Türen, hinter denen der Brandherd liegt, auf keinen Fall wieder öffnen. Die plötzliche Sauerstoffzufuhr kann zu einer Rauchgasexplosion bzw. einem sogenannten Backdraft führen, bei dem sich eine Flammenwand in Richtung der Sauerstoffquelle schiebt.

Verhalten im Brandfall: Den Fluchtweg kennen

Falls du nachts die Haustür abschließt, ist es sinnvoll, einen Notschlüssel in der Nähe der Tür zu deponieren oder den Schlüssel von innen stecken zu lassen.

Auch den Fluchtweg aus der eigenen Wohnung zu kennen kann bei einem Brand überlebenswichtig sein.

Tipps, um Küchenbrände zu vermeiden

Die meisten gefährlichen Brände entstehen beim Kochen in der Küche. Mehrheitlich daran beteiligt sind brennbare Gegenstände wie Plastikflaschen, die nahe der kochenden Töpfe und Pfannen stehen. Daher ist sinnvoll, die unmittelbare Umgebung um das Ceran- oder Kochfeld freizulassen. 

Grundsätzlich gilt, keine eingeschalteten Gas- und Elektroherde oder Fonduegeräte unbeaufsichtigt zu lassen. Überhitzte Fette oder Speiseöle können sich bereits ab 200 ºC entzünden.

Einen Fettbrand darfst du auf keinen Fall mit Wasser löschen. Dabei kann es zu einer explosionsartigen Verdampfung des Wassers kommen, bei der durch das brennende Fett eine Feuersäule entsteht. Die Küche wird dadurch in Sekundenschnelle in Brand gesetzt und lebensgefährliche Verbrennungen sind oftmals die Folge. Bei einem Fettbrand empfiehlt es sich, einen sogenannten Febramax-Feuerlöscher einzusetzen, der sich gezielt auf den Brandherd anwenden lässt.

Auch scheinbar einfache Dinge sind hilfreich, um einen Entstehungsbrand zu löschen. Beispielsweise den Deckel für Topf oder Pfanne immer bereit zu halten, um Flammen schnell zu ersticken. Oder eingeschaltete Kaffeemaschinen, Toaster oder Eierkocher auf nicht brennbare Unterlagen stellen.

Wichtig ist ebenso, auf die Filter von Dunstabzugshauben zu achten. Diese sättigen sich im Laufe der Zeit mit Fett und Küchendämpfen, weshalb die Fettfilter einmal im Monat gereinigt werden sollten. Für die Reinigung von wiederverwendbaren Filtern keine brennbaren Flüssigkeiten benutzen.

Tipps bei elektronischen Geräten

Selbst bei der Nutzung von elektronischen Geräten lassen sich Vorsichtsmaßnahmen treffen. Eine Möglichkeit ist, sich nur Geräte mit den Zeichen GS (Geprüfte Sicherheit) und VDE (Verband Deutscher Elektrotechniker) zu kaufen.

Vermeide es generell, mehrere Geräte über eine Steckdose oder ein Verteilerstück zu betreiben. Besonders bei alten Stromleitungen können sich die elektrischen Leitungen erwärmen und die Isolierung zum Schmelzen bringen.

Bei einem Gewitter hilft es, die Antennen- und Netzstecker zu ziehen, um eine Überspannung der Leitungen zu verhindern.

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Feuermelder: Vorbeugender Brandschutz

Ein Feuer, das einen im Schlaf „überrumpelt“, kann schnell tödlich enden. Dabei ist nicht so sehr das Feuer gefährlich, sondern vielmehr der Rauch. 95 Prozent sterben bei einem Hausbrand an einer Rauchvergiftung. 70 Prozent der Opfer werden schlafend von einem Feuer überrascht.

Ein Rauchmelder (auch Brandmelder oder Feuermelder genannt) kann dir dabei helfen, entstehenden Rauch möglichst früh zu entdecken. Das Angebot an Rauchmeldern ist groß und beim Kauf kannst du auf verschiedene Kriterien achten. Beispielsweise sollte der Alarmton eine Lautstärke von mindestens 85 dBA in drei Metern Entfernung aufweisen und über einen Testknopf zur Funktionsüberprüfung verfügen.

Rauchmelder in der Küche sind meist ungeeignet, da beim Kochen oftmals sehr viel Dampf entsteht. Sinnvoller ist es, wenn du die Geräte im Flur installierst. Eine Alternative ist ein Sondermodell, welches nicht auf Rauch, sondern Hitze reagiert.

In mehrgeschossigen Wohnungen empfehlen sich miteinander vernetzte Rauchmelder, da die Signale durch eine geschlossene Tür nicht gehört werden könnten. Über Funk wird nicht nur das Signal beim Rauchmelder ausgelöst, der den Rauch detektiert, sondern bei allen anderen Rauchmeldern auch.

Verhalten im Brandfall und bei Feuer im Haus: Fazit

Mit ein paar einfachen Tipps schützt du dich ganz leicht vor bzw. während eines Hausbrandes. Entstehungsbrände lassen sich oftmals mithilfe eines Feuerlöschers oder einer Löschdecke in den Griff bekommen. Für einen vorbeugenden Schutz ist zudem der Einbau von Rauchmeldern sinnvoll.

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