Stromausfall! TAG 2 - 4 (Unsere Artikelreihe zum Thema Blackout)

Stell dir vor, du machst den Kühlschrank auf, und alles bleibt dunkel: Der Stromausfall ist eines der wahrscheinlichsten (und leider auch gefährlichsten) Krisenszenarien. Und zwar dann, wenn er zum einen lange dauert, also beispielsweise 7 oder 14 Tage; und zum anderen, wenn er großflächig ist, sich etwa über ganz Deutschland erstreckt.

Wie würde so ein Szenario aussehen? Was passiert an Tag 1, wie leben wir eine Woche später? Unsere Artikelreihe „Stromausfall!“ beschäftigt sich nacheinander mit den Folgen eines großflächigen und langanhaltenden Blackouts über insgesamt 8 Tage.

Lies hier, was an Tag 1 geschieht

 

Tag 2 bis 4

Bis zum Tag 3 erleben die Menschen auf dem Land und in der Stadt eine nie gesehene Welle von Solidarität und gegenseitiger Hilfe. Die Hoffnung ist groß, dass der Strom bald zurückkehrt. Zur Information der Bevölkerung werden Informations- und Anlaufstellen als „Leuchttürme“ eingerichtet. Dort können sich auch Menschen informieren, die helfen wollen und wissen möchten, wo und wie sie dies können. Diese „Leuchttürme“ sind einfach zu finden, denn sie sind hell erleuchtet und strahlen von erhöhten Punkten weit in die Ferne.

Vereinzelte Plünderungen, Überfälle und Straßenkämpfe, vor allem seitens organisierter Banden, scheinen noch die Ausnahme zu sein. Doch mit jeder kalten Mahlzeit, mit jeder Unannehmlichkeit, mit jedem Toilettengang in den Notunterkünften steigt der Frust und der Optimismus sinkt. Ab Tag 4 des Blackouts beginnen die Menschen, mehr an ihr eigenes Wohl zu denken.

Die Polizei ist im Dauereinsatz. Kriminelle Organisationen testen systematisch Schwachstellen und sehen ihre große Stunde gekommen. Da die meisten Alarmanlagen und Sicherheitssysteme nicht mehr funktionieren, werden immer mehr Warenlager ausgeräumt.

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Versorgungsengpass

Der Bundesbürger verfügt im Schnitt nur über 118 Euro Bargeld. An Tag 4 des Stromausfalls hast du diesen Betrag wahrscheinlich schon vollständig ausgegeben – vor allem für Nahrungsmittel und Wasser. Wenn du doch noch etwas Geld hast und dir etwas kaufen möchtest, stehst du bald in einer langen Schlange und musst feststellen, dass im Supermarkt alle Lebensmittel-Regale leer sind. Überall schließen die Geschäfte, weil weder Waren noch Bargeld mehr im Umlauf sind.

Seit Tag 2 des Stromausfalls ist in der Stadt alles ausverkauft: Neben dem Essen auch Dinge wie Kerzen, Decken, Brennstoff, Camping-Zubehör und Fahrräder. Lieferungen erfolgen nur eingeschränkt, da der fehlende Strom das Be- und Entladen erschwert und die Lieferfahrzeuge oft keinen Kraftstoff haben. Zudem steht fast überall die Produktion still.

Die industrielle Weiterverarbeitung von Lebensmitteln findet nicht mehr statt. Selbst Tiefkühllager, die mit Notstrom versorgt werden, müssen nach wenigen Tagen abgeschaltet werden, da der Treibstoff fehlt. Warme Mahlzeiten sind keine Selbstverständlichkeit mehr. Denn Essen warm machen kannst du nur mit Gas-, Benzin-, Spiritusbrennern oder über offenem Feuer.

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Suppenküchen

Zur Versorgung der Bevölkerung gibt die Regierung ihre Notreserven frei. Die Verteilungsstätten werden von der Polizei und vielleicht auch der Bundeswehr gegen Plünderer geschützt. Wenn du keine Lebensmittel mehr vorrätig hast oder kein Bargeld mehr besitzt, um welche zu kaufen, wirst du dich in eine der Sammelunterkünfte begeben, um etwas zu essen zu finden. Warme Mahlzeiten werden durch Großküchen des Deutschen Roten Kreuzes, des THW und der Bundeswehr bereitgestellt.

In der Landwirtschaft fällt die Notstromversorgung aus. Der dafür vorgesehene Treibstoff ist ausgeschöpft. Die Melk- und Stalltechnik ist außer Funktion. Die Versorgung mit Futter, Wasser und Frischluft lässt sich manuell nicht leisten. Die Tiere verenden, ihre Kadaver werden bald zum gesundheitlichen Problem.

Bauernhöfe, die noch Nahrungsmittel gelagert haben oder noch zur Nahrungsmittelproduktion fähig sind, werden nacheinander enteignet und die Verteilung der Lebensmittel von den Behörden übernommen.

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Wassernotstand

Die Trinkwasserversorgung wird über Notbrunnen sowie über mobile Sanitärwagen hergestellt. Das Wasser transportierst du in Eimern oder Kanistern in deine Wohnung. Da die Verteilung vor allem in Städten eine extreme Herausforderung ist, werden vermutlich nicht alle Menschen mit genug Wasser versorgt.

Die wenigsten haben Wasserfilter oder Reinigungstabletten vorrätig. Die Bestände wurden schon kurze Zeit nach Beginn des Stromausfalls zu horrenden Preisen ausverkauft. Wasser abzukochen kostet viel wertvollen Brennstoff. Wer sich aus Fluss- oder Seewasser behilft und es nicht aufbereitet, muss damit rechnen, krank zu werden.

Falls in deiner Wohnung noch Wasser aus der Leitung kommt, kannst du es erst trinken, nachdem du es mit Entkeimungsmitteln versetzt oder abgekocht hast.  Warmes Wasser gibt es keines mehr bei dir zuhause. Deine gewohnte Körperpflege entfällt. Deine Toilettenspülung funktioniert schon seit Tag 1 nicht mehr. Es werden Trockentoiletten und mobile Toilettenwagen für die Bevölkerung bereitgestellt.

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Krankenhäuser füllen sich

Selbst Krankenhäuser erhalten Trinkwasser nur in reduzierten Mengen. Sie greifen zum Teil auf nahegelegene Notbrunnen zurück. Aufgrund des immer geringeren Drucks in den Abwasserleitungen treten Abwässer aus. In vielen Krankenhäusern geht zudem der Treibstoff für die Notstromaggregate zur Neige. Die Patienten müssen in Kürze an einen anderen Ort gebracht werden.

Für besonders pflegebedürftige Menschen, etwa Komapatienten, kann keine Versorgung mehr bereitgestellt werden. Jeden Tag kommen mehr Menschen in die Notaufnahmen, da die Apotheken geschlossen haben und die hygienischen Bedingungen in den Wohnungen immer schlechter werden.

Transport & Kommunikation

Den öffentlichen Nahverkehr kannst du noch eingeschränkt nutzen, es ist ein Notfahrplan mit Dieselbussen eingerichtet. Diese sind allerdings hoffnungslos überfüllt. Mit der Bahn kommst du nicht mehr zum Ziel, weil der knappe Treibstoff nur noch für Gütertransporte eingesetzt wird. Wichtige Trassen der Straßen und Schienen müssen für die Einsatzkräfte freigehalten werden.

Die Behörden und Infrastrukturunternehmen können nur noch über ihre eigenen Telefonnetze telefonieren, die im Rahmen der Notfallvorsorge geschaffen wurden. Satellitengestütztes Telefonieren ist noch möglich, die allerwenigsten Privatpersonen verfügen jedoch über ein Satellitentelefon.

Wichtige Informationen werden per Radio und über Lautsprecherdurchsagen verteilt. Zudem sind einzelne überregionale Zeitungen, deren Redaktion und Druckerei mit Notstrom ausgestattet ist, noch aktiv und erscheinen täglich.

Feuerwehr im Dauereinsatz

Die Brandgefahr steigt an. In der Industrie entstehen Brände, weil die Kühlung ausgefallen ist; in Haushalten, weil die Menschen versuchen, ohne Strom zu kochen, zu heizen oder Licht zu erzeugen. Die Gefahrenquellen sind vor allem Gas- & Spirituskocher, Öfen und Holzkohlegrills, Teelichter, Kerzen und Öllampen. Da es an Wasser mangelt und die Feuerwehren dauerhaft im Einsatz sind, ist ein Bekämpfen der Brände nur eingeschränkt möglich.

Würde nun ein Waldbrand entstehen, könnte er nicht gelöscht werden und sich rasend schnell ausbreiten.

Deinen Abfall und Müll wirst du nicht mehr los. Die Müllabfuhr ist eingestellt, in den Städten häufen sich schnell Müllberge an, die zu verrotten beginnen. In den Zoos werden die Tiere nicht mehr gefüttert und verenden – oder versuchen auszubrechen.

Da es keine Straßenbeleuchtung mehr gibt und die Nächte stockdunkel sind, finden vermehrt Gewalttaten gegen Einzelpersonen statt. Auch die Einbrüche in Keller und auch Privatwohnungen häufen sich. Sobald die Nacht einbricht, verbarrikadierst du dich lieber zu Hause. Der Stromausfall dauert an…

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Wie geht es weiter?

Nach nur wenigen Tagen ohne Strom hat sich dein Leben dramatisch verändert – leider nicht zum Besseren. Alle Regierungs- und Hilfskräfte sind am Limit und die Ressourcen gehen zur Neige: Wie lange noch, bevor alles zusammenbricht? Der nächste Artikel handelt von Tag 5 bis 8 des Stromausfalls.

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