Stromausfall! TAG 1 (Unsere Artikelreihe zum Thema Blackout)

Stell dir vor, du machst den Kühlschrank auf, und alles bleibt dunkel: Der Stromausfall ist eines der wahrscheinlichsten (und leider auch gefährlichsten) Krisenszenarien. Und zwar dann, wenn er zum einen lange dauert, also beispielsweise 7 oder 14 Tage; und zum anderen, wenn er großflächig ist, sich etwa über ganz Deutschland erstreckt.

Wie würde so ein Szenario aussehen? Was passiert an Tag 1, wie leben wir eine Woche später? Unsere Artikelreihe „Stromausfall!“ beschäftigt sich nacheinander mit den Folgen eines großflächigen und langanhaltenden Blackouts über insgesamt 8 Tage.

Tag 1

Plötzlich fällt der Strom aus. Nacheinander werden in kurzen Abschnitten erst Stadtviertel, dann Städte und Gemeinden, schließlich ganze Bundesländer dunkel. Bald ist klar: In ganz Deutschland herrscht ein Blackout.

In der Stadt

Durch den Stromausfall fallen sofort die Ampeln aus. Unfälle und Staus verstopfen in Sekundenschnelle die Straßen, du kommst nur noch langsam voran. Das Verkehrschaos wird Krankenwagen sowie die Einsatzfahrzeuge der Polizei und der Feuerwehr behindern.

An den Tankstellen fallen die Treibstoffpumpen aus, sodass du dort nicht tanken kannst. Die meisten Menschen haben ab sofort nur noch so viel Treibstoff, wie noch in ihren Autos ist. Autobahntunnel werden bald geschlossen, weil dort die Beleuchtung sowie Be- und Entlüftung ausfallen.

Die Aufzüge in Gebäuden, Tiefgaragen, usw. bleiben stecken. Auch U-Bahnen, S-Bahnen und elektrisch betriebene Fernzüge bleiben liegen. Wenn du dort eingeschlossen bist, wirst du evakuiert werden – aber weil die Rettungskräfte gerade überall gleichzeitig sein müssen, kann das dauern.

Die Straßenbahnen sowie Elektrobusse, die auf die Oberleitung angewiesen sind, stehen sofort still. Die Weichen müssen manuell gestellt werden, um die liegengebliebenen Fahrzeuge abzuschleppen. Doch vielleicht hast du in einem Elektrobus gesessen, der über einen Dieselmotor verfügt. Dieser wird trotz des Stromausfalls noch fahren. Vielleicht bringt er dich sogar noch bis zu deinem Ziel.

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Zu Hause

Sobald zu bei dir zu Hause bist merkst du, dass deine Küchengeräte nicht mehr funktionieren und dass Kühltruhen und –schränke auftauen. Warmes Essen aus Ofen, Herd und Mikrowelle kannst du vorerst vergessen.

Der Druck in den Wasserleitungen sinkt, sodass die Wasserversorgung verringert wird. Davon sind vor allem Wasserleitungen in oberen Etagen betroffen. Je höher die Etage, desto ungünstiger. Ab dem vierten Stock fällt die Wasserzufuhr aus. Ein paar Mal kannst du noch auf die Toilette gehen, danach musst du dir Alternativen suchen.

Dein Festnetztelefon funktioniert nicht mehr. Das Funknetz deines Mobiltelefons wird überlastet sein, das Telefonieren oder Nutzen von Diensten wie SMS unmöglich. Dein Mobiltelefon kann nur dort funktionieren, wo Notstrom die vom Mobiltelefon benötigten Basis- und Fernmeldestationen versorgt. Öffentliche Telefonzellen sind ebenso funktionstüchtig, wie etwa Notrufsäulen an Autobahnen, in Tunneln oder an Bahnhöfen.

Internet kann nur von akkubetriebenen Geräten wie Laptop, Smartphone, etc. erreicht werden. Die Verbindung braucht aber eine mit Strom versorgte Basisstation, die die Verbindung zum Internet herstellt. Damit gelten dann die Einschränkungen wie beim Telefon.

Dein Fernseher ist ohne Betrieb. Die Nachrichten hörst du aus batteriebetriebenen Radios oder durch Kurbeln aufladbare Radios – wenn du ein solches da hast. Zeitungen können mit Hilfe von Notstrom weiterhin produziert werden. Wie viel und wie lange, hängt davon ab, wie gut die Notstromaggregate mit Treibstoff versorgt werden können.

Auf dem Land

Ein weiterer vom Stromausfall betroffener Bereich ist die Landwirtschaft:
In Betrieben der Landwirtschaft, die keine Notstromversorgung haben, entzünden sich die Euter der Kühe, weil sie ohne Maschinen nicht gemolken werden können. Ohne Luftzirkulation, Kühlung und Heizung in den großen Ställen sind Schweine und Hühner in akuter Gefahr.

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Auf der Schiene

Falls du in einem Personenzug mit Diesellok reist, wird deine Fahrt noch fortgesetzt werden können, falls die Strecke frei ist. Dein Zug wird dann im nächsten Bahnhof anhalten.

Einige dieser mit Dieselloks betriebenen Züge werden steckenbleiben, z.B. weil ein liegengebliebener elektrischer Zug die Weiterfahrt blockiert oder ein Eisenbahntunnel gesperrt ist. Mit Eintritt des Blackouts fallen dort sowohl Licht als auch Signalanlagen aus. Die Tunnel werden deshalb gesperrt und halten deine Zugfahrt trotz Diesellok auf.

Hat du den Bahnhof erreicht, stellst du fest: die Heizungen, Ticketautomaten und -schalter sind ausgefallen. Die vorhandenen Taxis sind in kürzester Zeit vergeben. Im schlimmsten Fall musst du auf dem Bahnhof verweilen.

Mit fortdauernder Zeit des Stromausfalls am ersten Tag werden die Bahnhöfe zunächst geschlossen. Die Einkaufsläden in den Bahnhöfen schließen ebenfalls.  Bis zu dieser Zeit konntest du dich auf dem Bahnhof mit Proviant versorgen – zumindest wenn du Bargeld dabei hast.

Verkehr und Transport

Beim Güterverkehr der Bahn kommt es beim Be- und Entladen zu Problemen, da die nötige Technik, vom Stromausfall betroffen ist. Güter können nicht mehr auf Lkw umgeladen werden. Einige der Güterzüge werden auf der Strecke liegenbleiben, wenn ein Tunnel gesperrt sein sollte.

Dank Dieselantriebs und großen Tanks können diverse Güterzüge das vom Stromausfall betroffene Gebiet durchqueren und ggf. dort entleert werden.

Schon nach wenigen Stunden kommt die Belieferung von Großhändlern und Supermärkten ins Stocken. Der nur auf Lkw angewiesene Güterverkehr funktioniert, solange die Tanks der Lkw Sprit haben. Doch durch die Staus auf den Straßen verzögert sich das Ausliefern der Waren zum Handel. Die von dir ersehnte Ware trifft deshalb später beim Händler ein, als es geplant war.

Auf den Flughäfen wird über Notstrom der notwendigste Betrieb aufrechterhalten. Damit wird sichergestellt, dass Flugzeuge wenigstens noch landen können, um die Leben der in ihnen befindlichen Passagiere zu retten. Starts sind nur in begrenztem Ausmaß möglich.

Medizinische Versorgung

Falls du einen Arzt oder ein Medikament brauchst, wirst du dich in ein Krankenhaus begeben müssen, denn viele Arztpraxen und Apotheken sind ohne Stromversorgung und werden schließen. Ärzte können ihren Dienst dann z.B. noch in den Sammelstellen ausüben, die mit Strom versorgt werden.

Weiterhin geöffnete Apotheken passen ihre Öffnung an das Tageslicht an.

Verderbliche Arzneimittel gibt es nur noch in Krankenhäusern. Zusätzliches Krankenhauspersonal wird aktiviert. Krankenhäuser erhalten eingeschränkten Betrieb durch Notstrom aufrecht.
Von den Dialysezentren, Alten- und Pflegeheimen müssen wenige teilweise schließen, die betroffenen Patienten und Senioren werden in die Krankenhäuser verlegt.

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Essen & trinken

Lebensmittel kannst du in Geschäften mit Notstromversorgung kaufen. Die Händler ohne Notstrom werden den Betrieb notdürftig am Laufen erhalten, etwa mit Handkassen. Die Ladenöffnung wird an das Tageslicht angepasst. Lüftungen, Heizungen, Kühlungen versagen. Lebensmittel verderben infolgedessen und werden schnell verkauft. Bezahlen mit EC-Karten oder Kreditkarten entfällt. Die Waren werden an der Kasse an die Kunden ausgegeben, die Beleuchtung durch Taschenlampen o.ä. hergestellt. Bezahlt wird nur in bar.

Wenn du Wasser aus der Leitungs trinkst, ist erst einmal Schluss damit: In höheren Stockwerken funktionieren die Wasserhähne nicht mehr, und wo sie noch funktionieren, ist wahrscheinlich die Qualität stark beeinträchtigt. Wenn du clever bist, holst du die letzten verbliebenen Wasserreste aus deiner Toilettenspülung und aus den Heizungsrohren und lagerst sie in Eimern oder der Badewanne.

Versorgung mit Bargeld

Die Geldautomaten fallen aus. Ausnahme: Die direkt an Bankgebäuden angebrachten und die dortige Ersatzstromversorgung angeschlossenen Geldautomaten. Banken sind mit Notstromversorgung ausgestattet und verlagern über gesicherte Datenleitungen die Abwicklung von Geschäftsprozessen in Gebiete, die vom Stromausfall nicht betroffen sind.

Bargeldtransporte, die bei Beginn des Stromausfalls unterwegs sind, erreichen die Banken noch. Kommunikation mit den Banken über Telefon oder Internet entfällt wegen des weitgehenden Ausfalls dieser Systeme. Du bist auf deinen Bargeldbestand angewiesen. Bis auf weiteres halten die Banken ihre Schalter offen, so dass du dort von deinem Konto Geld in bar abheben kannst.

Schon jetzt befürchten die Banken einen sogenannten „Bank Run“, bei dem die Menschen mehr Bargeld abheben wollen als vorrätig gehalten wird. Es entstehen erste Pläne, einen maximalen Abhebebetrag einzuführen.

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Wie geht es weiter?

Der nächste Artikel macht einen Zeitsprung zum Tag 5 des Stromausfalls. Wie sieht dein Leben dann aus, wie verändert sich die Gesellschaft? Das erfährst du in wenigen Tagen ...

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