Rucksack richtig packen und tragen: Die 4 Goldenen Rucksack-Regeln

Den Rucksack richtig packen für eine lange Wanderung (etwa auf dem Jakobsweg), zum Trekking oder zum Camping ist das A und O einer schönen und angenehmen Outdoor-Erfahrung. Doch nicht nur das Packen, auch das richtige Tragen will gelernt sein - sonst belastest du deinen Körper einseitig. Heute stellen wir dir die vier Goldenen Rucksack-Regeln vor, mit denen du deinen Rucksack richtig packen und richtig tragen kannst.

Rucksack richtig packen - und zwar gegen die Intuition

Ein schlecht gepackter Rucksack ist wie ein extrem weicher Sessel: Zu Beginn fühlt sich noch alles gut an, das Material schmiegt sich an deinen Rücken. Doch nach ein paar Stunden bemerkst du, dass die Bequemlichkeit vom Anfang verschwunden ist und dein Rücken nun weh tut. Aus dem Sessel stehst du einfach auf uns bewegst dich ein bisschen, aber den Rucksack hast du den Rest der Wanderung noch auf den Schultern.

Deshalb ist es immens wichtig, den Rucksack von Anfang an richtig zu packen und später beim Tragen ein paar einfache Regeln zu beachten. So belastet der Rucksack den Rücken nicht über Gebühr und du bleibst den ganzen Tag über fit.

Bevor wir aber zu richtigen Packtechnik kommen, schauen wir uns noch die Goldene Regel Nummer 1 an, wenn es darum geht, den Rucksack richtig zu packen: Jedes Kilo, das du nicht mitnimmst, ist ein Kilo, das du nicht tragen musst. Generell nehmen wir immer viel zu viele Dinge auf Wandertouren oder Trekkings mit. Hierzu empfehlen wir dir unseren Artikel "10 Dinge, die im Rucksack unnötig sind (und trotzdem nehmen alle sie mit)".

Rucksack richtig packen - die richtige Packtechnik

Einen Rucksack richtig packen sollte einfach sein - das Schwere unten rein, das Leichte oben drauf, zuschnüren, aufsetzen, fertig. Richtig?

Leider nein. Stell dir einen Seilakrobaten vor, der auf einem hauchdünnen Seil entlang geht und das Gleichgewicht halten muss. Jetzt bindest du ihm einen Ziegelstein auf Hüfthöhe an den Rücken - wohin verlagert sich sein Gewicht? Er muss sich nun aktiv nach vorne lehnen, damit ihn das Gewicht des Steins nicht nach hinten zieht. Denn der Stein liegt auf Höhe oder sogar unterhalb des Körperschwerpunkts in der Hüfte.

Wenn wir den Stein dagegen oberhalb des Körperschwerpunktes anbringen, etwa auf Höhe der Schulterblätter, fällt der Gewichtsausgleich nach vorne und hinten weg. Genauso kannst du es mit deinem Rucksack auch machen.

Regel Nummer 2 des Rucksackpackens lautet deshalb: Unten das Leichte, oben das Schwere. Leichte Gegenstände sind z.B. Schlafsack oder normale Kleidung, zu den schweren Sachen gehören z.B. dicke Jacken, ein Zelt oder Proviant. Mittelschwere Dinge wie Ausrüstungsgegenstände steckst du in die Seitentaschen - so sind diese häufig benötigten Sachen auch immer schnell zur Hand.

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Rucksack richtig packen - je nach Gelände

rucksack-richtig-packen-survicamp-02Der Rücken ist dank der Schwerpunkt-Verlagerung nun entlastet. Doch umso höher der Schwerpunkt deines Rucksacks liegt, desto eher schwenkst du natürlich auch nach links und rechts. Im ebenen Gelände ist das kein Problem, unser Körper kann das Gleichgewicht problemlos halten. Wenn du allerdings im Gebirge, in unebenem Gelände und auf Steigen unterwegs bist, kann es von Vorteil sein, den Schwerpunkt des Rucksacks weiter nach unten zu setzen.

Denn wenn der Boden geneigt ist, läuft man ohnehin etwas gebeugt. Zusätzlich kann man nun besser das Gleichgewicht halten. Regel Nummer 3, um den Rucksack richtig zu packen, lautet deshalb: Im schwierigen Gelände den Rucksack-Schwerpunkt ein Stück nach unten verlagern.

Rucksack richtig packen - und ihn bequem tragen

Bevor es aber mit dem richtig gepackten Rucksack endlich losgehen kann, solltest du dich noch mit dem Gurtsystem vertraut machen. Denn nur, wenn du richtig mit den verschiedenen Gurten am Rucksack umgehst, kannst du den Rucksack dauerhaft bequem tragen. Den Rucksack richtig packen ist eben nicht alles - ihn richtig tragen ist mindestens genauso wichtig.

rucksack-richtig-packen-survicamp-04Ein guter Outdoor-Rucksack hat einen Bauchgurt, einen Brustgurt und Schultergurte. Deinem Rucksack fehlt einer oder mehrere dieser Gurte? Wir empfehlen dir in diesem Fall unbedingt, für Outdoor- und Survival-Zwecke einen neuen Rucksack zu besorgen, der diese Gurte besitzt. Dein Körper wird es dir danken!

Sobald die Wanderung beginnt, sollte das Gewicht des Rucksacks entweder auf dem oberen Rücken und den Schultern, oder aber auf den Hüften liegen. Das erreichst du, indem du die entsprechenden Gurte fest ziehst und den jeweils anderen etwas lockerer lässt. Also zum Beispiel:

  • Schultergurte fest, Bauchgurt locker
  • Bauchgurt fest, Schultergurte locker

Der Brustgurt sollte immer angenehm straff sitzen und wird in der Regel nicht verstellt.

Nun hast du den Vorteil, dass das Gewicht größtenteils auf den Schultern beziehungsweise auf der Hüfte liegt - während sich das eine Körperteil anstrengt, kann sich das andere ausruhen.

Im Laufe der Wanderung wechselst du nun alle 15 - 30 Minuten zwischen Schulter- und Bauchgurt, um das Gewicht optimal zu verteilen und deinen Körper insgesamt zu entlasten. Auf diese Weise kannst du auch lange Strecken ohne Belastungserscheinungen bewältigen.

Regel Nummer 4 für Rucksackträger lautet: Nutze abwechselnd die Schulter- und Bauchgurte, um deinen Körper zu entlasten.

Rucksack richtig packen - Zusammenfassung

Alles in allem kannst du das Thema "Rucksack richtig packen und tragen" mit etwas Übung und Vorbereitung schnell richtig angehen. Indem du die vier Goldenen Rucksack-Regeln befolgst, entlastest du deinen Rücken, kannst weiter wandern und abends garantiert auch besser schlafen:

  1. Jedes Kilo, das du nicht mitnimmst, ist ein Kilo, das du nicht tragen musst - spare Gewicht.
  2. Generell: Unten das Leichte, oben das Schwere.
  3. In schwierigem Gelände den Schwerpunkt weiter nach oben verlagern, um einen stabileren Stand zu haben.
  4. Nutze abwechselnd die Schulter- und Bauchgurte, um deinen Körper zu entlasten.
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