Messer im Survival - Welches Messer ist für dich am Besten geeignet?

Das Messer zählt zu einem der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände in der Wildnis. Je nach Größe hilft es dir, einen Weg durch unwegsames Gelände zu bahnen, Werkzeuge zu bauen, jagen zu gehen, Tiere auszunehmen, oder dich zu verteidigen. 

Die Auswahl reicht von einem einfachen Taschenmesser über das Bowie-Messer bis hin zum Parang, einem machetenähnlichen Messer. Jede der unterschiedlichen Arten von Messern erfüllt ihren eigenen Zweck und bietet dir Vorteile für das Überleben in der Wildnis.

Dabei kommt es nicht nur auf die Größe, sondern ebenso auf deren Qualität an. Denn wenn dein Messer schnell abstumpft oder leicht kaputt geht, ist es nutzlos.

Wir zeigen dir verschiedene Arten von Messern, wofür sie sich einsetzen lassen und worauf du beim Kauf achten solltest.

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Die wichtigsten Grundregeln bei einem Messer für Survival

Hättest du gerne ein Messer mit eingearbeitetem Kompass oder mit einem hohlen Griff, in dem du kleine Gegenstände verstauen kannst? Das klingt doch auf jeden Fall praktisch. Aber Vorsicht: Was sich nach einer „Multitool- Waffe“ anhört, muss nicht gleichzeitig zweckmäßig sein. Denn ein eingearbeiteter Kompass kann schnell ungenau werden und ein Messer mit hohlem Griff leichter brechen

Daher sollte ein Messer seinen eigentlichen Zweck behalten und ebenso danach ausgewählt werden. Möchtest du dir einen Weg durch das Dickicht schlagen, ist ein langes Messer mit großer Reichweite perfekt. Tiere ausnehmen oder Seile durchschneiden kannst du mithilfe eines kleineren Messers mit einer scharfen Klinge. Natürlich ist es unsinnig, ein ganzes Sortiment unterschiedlichster Messer mit dir zu schleppen. Aber du solltest dir im Voraus bewusst machen, wofür du dein Messer einsetzen wirst.

Da du dein Messer häufig und für allerlei Arbeiten brauchen wirst, solltest du nicht an dessen Qualität sparen. Bricht dein Messer, bist du deines wichtigsten Werkzeugs beraubt.

Idealerweise besteht die Messerklinge aus rostfreiem Stahl und ist dabei nicht extrem hart. Keramikklingen sind als Survival-Messer eher ungeeignet, da sie sehr leicht brechen können. Es gibt unterschiedliche Stahllegierungen, je nachdem, ob es sich um ein speziell angefertigtes Kampfmesser oder eben um ein Survival-Messer handelt. Der Hauptbestandteil der metallischen Legierungen ist das chemische Element Eisen. Um den Stahl zu härten, wird 1-2% Kohlenstoff beigefügt. Durch Hinzugabe von Chrom wird der Werkzeugstahl rostfrei.

Am häufigsten wird Edelstahl für die Klingen verwendet. Es gilt als ein sehr haltbares Material und bleibt frei von Rost, was für die Nutzung in der Wildnis von Vorteil ist. Zudem lässt sich Edelstahl besser und effektiver schleifen.

Neben dem Material der Klinge gilt es, auf dessen Verarbeitung zu achten. Bei feststehenden Messern sind Klinge und Griff miteinander verbunden. Der sogenannte Erl ist der anschließende Teil der Klinge an den Griff. Ein Dreiviertel-Erl bedeutet, dass das Metall der Klinge in den Griff eingearbeitet ist und zu ungefähr 75% in den Griff übergeht. Je länger also der Erl, desto höher die Festigkeit der Klinge. Allerdings steigt mit einem längeren Erl auch das Gewicht deines Messers.

Bricht der Griff ab, kannst du im Notfall den Erl mit Stoff oder einem Paracord umwickeln und die Klinge weiterhin benutzen.

Klappmesser/ Taschenmesser vs. „normales“ Messer

Ein Klapp- bzw. Taschenmesser ist klein, handlich und passt in jede Hosentasche. Bei dieser Art von Messer sollte die Klinge einhändig zu öffnen sein, um dir die Handhabung zu erleichtern.

Jedoch kann der Klappmechanismus Schwachpunkte aufweisen und in diesem Bereich leicht brechen. Klein bedeutet ebenso, dass du das Messer leicht verlieren kannst.

Für die Jagd ist ein Taschenmesser eher ungeeignet. Bindest du das Messer beispielsweise an den vorderen Teil eines Astes, um so eine längere Reichweite zu bekommen, ist der Klappmechanismus eher hinderlich. Manche Klappmesser besitzen allerdings eine Feder, die verhindert, dass die Klinge von alleine wieder zurückklappen kann.

Falls du also ein Taschenmesser mitnimmst, ist es ratsam noch ein zweites größeres Messer bei dir zu haben.

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Typisches Survival-Messer - Das Bowie-Messer

Im Survival-Bereich weit verbreitet ist das Bowie-Messer. Ursprünglich stammt dieser Messer-Typ aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und erlangte weltweit Bekanntheit in der Zeit der Wild-West-Filme. Was früher ein reines Kampfmesser war, hat sich heutzutage vor allem als Feld- und Jagdmesser avanciert.

Das auffälligste Merkmal am Bowie-Messer ist die Clip-Point, wo sich der Rücken der Klinge nach unten senkt und damit die Spitze des Messers formt. Der Clip-Point eignet sich besser für Stichattacken und ist bei einigen Modellen auch geschärft vorzufinden.

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By Ark30inf at the English language Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=685013

Die Länge der Klinge variiert zwischen 15 und 30 cm und ist dank ihrer Form vielfältig einsetzbar. Im Gegensatz zum Taschenmesser besitzt es eine größere und schärfere Klinge, weswegen das Bowie-Messer dem Taschenmesser häufig vorgezogen wird. Die scharfe Klinge des Messers ist ideal, um Tiere zu erlegen, zu häuten und auszunehmen.

Aufgrund seiner Größe kannst du ein Bowie-Messer auch für gröbere Arbeiten nutzen, z.B. um Holz zu spalten. Nicht umsonst gilt es als Must-Have-Ausrüstung im Wildnis- und Survival-Bereich.

Weitere Messerarten - Die Machete

Bekannt als Dschungel-Werkzeug aus Abenteuerfilmen, liegt der Ursprung der Machete eigentlich in der Rohrzuckerproduktion. Doch auch in der Wildnis glänzt sie durch ihre Vielseitigkeit. Mit der Machete bahnst du dir einen Weg durch das Dickicht und kannst damit sogar kleine Bäume fällen und entästen. Somit ist sie auch eine willkommene Hilfe wenn es darum geht, Feuer zu machen oder eine Unterkunft zu bauen. Manche Macheten verfügen sogar über eine Säge am Klingenrücken.

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By Dana60Cummins - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16068244

Übrigens benötigst du keine Erlaubnis oder Ähnliches, um eine Machete bei dir führen zu dürfen – sie gilt in Deutschland als Gartenwerkzeug und darf von jedem getragen werden. Nur auf öffentliche Veranstaltungen solltest du deine Machete nicht mitnehmen.

Der Parang als Alternative zur Machete

Ein Parang ist der malaiische Name für ein Messer mit einer langen gebogenen Klinge, ähnlich einer Machete. Auch die Einsatzgebiete ähneln sich: Mit dem Parang kommst du leichter durch unwegsames Gelände und die lange Klinge kannst für schwere Arbeiten wie dem Holzhacken nutzen.

Doch ein Parang ist oftmals kleiner als eine Machete und lässt sich in drei Zonen unterteilen. Die vordere Klinge des Parangs ist sehr scharf und eignet sich gut dazu, Tiere zu häuten. Mit dem mittleren und breiteren Teil kannst du besonders gut Holz zerkleinern, und der hintere Teil in der Nähe des Griffs ist dünn und zum Zerschneiden bestimmt. Die Klinge einer Machete weist hingegen über die gesamte Länge die gleiche Breite auf, wodurch sie eher für gröbere Arbeiten prädestiniert ist.

Am besten geeignet ist ein Parang mit einer Klingenlänge von 30 cm und einem Gewicht unter 750 g. Genauso wie bei einem „normalen“ Messer bietet sich ein Parang mit einem Holzgriff an.

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By Tu7uh - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33282507

Wie schärfe ich mein Messer?

Dein Messer wird nach einiger Zeit stumpf werden und du wirst nicht umhin kommen, es zu schärfen. Es gibt verschiedene kompakte Messerschärfer, die du einfach im Rucksack mitnehmen kannst. Aber was tun, wenn du keinen dabei hast?

Alternativen zum Messerschärfer lassen sich in der Natur finden. Ein glatter befeuchteter Stein eignet sich sehr gut zum Schleifen. Dabei führst du die Klinge kreisförmig in einem flachen Winkel und mit leichtem Druck über den Stein.

Eine weitere Methode ist die „Scheibenwischerbewegung“. Dafür hältst du das Messer in der rechten Hand und legst den Ellenbogen des rechten Armes auf den Boden. Der Schleifstein liegt wenn möglich in einem leicht schrägen Winkel vor dir. Dann bewegst du den Unterarm wie einen Scheibenwischer, sodass das Messer über den Schleifstein streicht. Um die andere Seite des Messers zu schleifen, musst du die Bewegung bloß spiegelverkehrt durchführen.

Der Schleifwinkel sollte zwischen 15 und 20 Grad liegen, was etwa der Dicke des Daumens unter dem Klingenrücken und dem Schleifstein entspricht. Allgemein gilt, je härter die Messerklinge, desto spitzer darf der Winkel sein.   

Jeder Sandstein eignet sich zum Schärfen von Messern, aber auch mit Granit und Quarz lässt sich hier arbeiten (wenngleich sowohl das eine als auch das andere in der Natur eher selten vorkommt). Reibe zwei der gefundenen Steine gegeneinander, um sie zu glätten. Die raue Seite des einen Steines ist hilfreich, um die Klinge zu glätten. Mit der glatten Seite lässt sich die Schneidkante schleifen.

Beim Kauf kannst du darauf achten, ein Messer mit einem Flachschliff zu wählen (V-förmiger Querschnitt der Klinge), da dieser am einfachsten zu schleifen ist.

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Zubehör zum Messer

Zu einem Messer gehört auf jeden Fall die richtige Scheide dazu, damit du es an deinem Gürtel oder Rucksack hängen kannst (letzteres vor allem bei Macheten und Parangs). Eine zusätzliche Verriegelung mit Knopf oder Klettverschluss verhindert, dass das Messer aus der Scheide rutscht.

Scheiden gibt es aus verschiedenen Materialien wie Kunststoff oder Leder, wobei Lederscheiden weitaus pflegebedürftiger sind.

Die Entscheidung für ein Survival-Messer

Survival-Messer sind robust und zuverlässig, sodass sie dir selbst in extremen Notsituationen helfen. Sie müssen nicht groß sein, sondern im Gegenteil eher klein und handlich, um sie überall hin mitzunehmen.

Wir haben dir verschiedene Arten von Messern gezeigt, die zweckbedingt ihre Vor- und Nachteile haben. Für welches Messer du dich entscheidest, hängt von deinen Anforderungen ab. Eines jedoch gilt bei allen Messer-Typen: Achte mehr auf die Qualität als den Preis, denn im entscheidenden Moment soll das auch halten.

Als Einstiegsmesser für Survival bietet sich unser Klappmesser SCM-1 an, das neben einer Klinge mit Sägeschliff auch noch einen Gurtschneider und einen Stoßdorn hat.

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