Messer für Survival & Bushcrafting – Was ist erlaubt, was nicht?

Beim Survival und beim Bushcrafting kommst du um ein gutes Messer eigentlich nicht herum. Geht es nun darum, ein Seil durchzuschneiden, Reparaturarbeiten durchzuführen oder Essen zuzubereiten: Ein Messer ist auf einer Survival-Tour in erster Linie ein Werkzeug und keine Waffe. Das Gesetz sieht das natürlich erst einmal anders, denn schließlich handelt es sich immer noch um einen Gegenstand, der potenziell dafür geeignet ist, jemanden zu verletzen oder zu töten. Umfassende Regelungen sind daher durchaus sinnvoll.

In Deutschland verbotene Messer

Ebenso wie es eine Vielzahl unterschiedlicher Messer gibt, existieren auch unterschiedliche Regelungen zu ihnen im Waffengesetz (WaffG). Um dir einen kurzen Überblick zu verschaffen, welche Messer generell nicht erlaubt sind, reicht ein Blick in die Waffenliste des Gesetzes, in der sämtliche in Deutschland verbotene Waffen aufgeführt sind.

Dass das Butterflymesser hierzu zählt, weißt du sicher auch, ohne ein Gesetzbuch aufschlagen zu müssen. Du erkennst es an seinen zweigeteilten Griffen. Beim Survival und beim Bushcrafting wäre so ein Messer aber ohnehin nicht die erste Wahl, da es nicht unbedingt zu den stabilsten und robustesten Varianten zählt. Deutlich stabiler, aber dennoch für diesen Zweck ungeeignet und ebenfalls verboten ist das Faustmesser. Hier ist die Klinge im 90-Grad-Winkel zum Griff angebracht. So ein Messer darf heute nur noch von Jägern und Kürschnern verwendet werden.

Weiterhin verboten sind Spring- und Fallmesser, bei denen die Klinge durch einen Knopfdruck oder schlicht durch die Schwerkraft hervorschnellt und festgestellt wird. Ausgenommen sind von dieser Regelung nur Springmesser, wenn ihre Klinge eine Länge von 8,5 cm nicht überschreitet und nur einseitig geschliffen ist. Allerdings gilt das nur, wenn sie seitlich aus dem Griff herausspringt.

Regularien bezüglich erlaubter Messer

Auch wenn du zu Survival-Zwecken ein Messer kaufst, das in Deutschland nicht verboten ist, gelten doch bestimmte Regeln zum Führen dieser Waffe. Grundsätzlich ist es gemäß § 42a WaffG verboten, ein Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm zu führen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um ein Modell handelt, dessen Klinge einhändig feststellbar ist, oder ob es eine feststehende Klinge hat.

Für diese Regelung gelten allerdings bestimmte Ausnahmen. Neben der Verwendung bei Film und Fernsehen, die in unserem Kontext nicht besonders interessant ist, darf so ein (grundsätzlich erlaubtes) Messer vor allem dann geführt werden, wenn ein berechtigtes Interesse hierfür vorliegt.

Was genau so ein Interesse ist, formuliert das Gesetz nicht völlig aus: Hier wird von Berufsausübung, Brauchtumspflege, Sport und allgemein anerkannten Zwecken gesprochen. Sind Survival und Bushcrafting denn aber solche anerkannte Zwecke? Es kann davon ausgegangen werden, dass das der Fall ist, solange das Messer für Tätigkeiten benutzt wird, von denen allgemein bekannt ist, dass ein entsprechendes Werkzeug zur Ausübung nötig ist.

Was musst du beim Transport eines großen Bushcraft-Messers beachten?

Dass du ein grundsätzlich genehmigtes Messer auch dann zu Survival-Zwecken einsetzen darfst, wenn es eine Klingenlänge von 12 cm überschreitet, weißt du jetzt also. Dein Survival-Trip findet aber üblicherweise nicht in deiner Wohnung statt, also musst du das Messer erst einmal dorthin transportieren, wo es eingesetzt werden soll. Der Transport darf aber nicht offen stattfinden. Du musst dafür ein verschlossenes Behältnis verwenden.

Verschiedene Gerichte haben in der Vergangenheit unterschiedlich geurteilt, was das genau bedeutet. Eine mögliche Meinung ist, dass eine mit einem Reißverschluss verschlossene Tasche oder ein entsprechender Rucksack ausreichen. Andere Urteile besagen allerdings, dass es sich hierbei lediglich um geschlossene Behältnisse handelt.

Als verschlossen kann dementsprechend nur dann etwas gelten, wenn du an den Inhalt nicht ohne Weiteres herankommst. Willst du auf Nummer sicher gehen, kannst du beispielsweise ein kleines Schloss an einem Doppelreißverschluss deines Rucksacks anbringen. Ein spezielles Sicherheitsschloss muss das übrigens nicht sein. In jedem Fall solltest du aber davon absehen, ein Messer offen auf einer Wanderung zu tragen. Hier brauchst du es allerdings auch noch nicht: Hol es aus deinem Rucksack, sobald ein Einsatz nötig ist.

Weiterführende Informationen zur gesetzlichen Regelung von Messern und ihrem Gebrauch findest du unter https://www.bussgeldkatalog.net/waffengesetz/messer/.


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