Legale Waffen & Mittel zur Selbstverteidigung: Was ist erlaubt und empfehlenswert? (Teil 2)

Von Pfefferspray, Kubotan, Messer, Pistole über Schlagstock und Tonfa bis hin zum Handtaschen-Alarm und nützlichen Apps für das Smartphone bietet sich uns eine riesige Bandbreite an Mitteln und Waffen, die wir zur Selbstverteidigung nutzen können. Aber Achtung: Nicht alles ist überall legal - und nicht alles, was erlaubt ist, ist auch empfehlenswert. Wir haben eine umfangreiche Übersicht der wichtigsten Mittel zur Selbstverteidigung erstellt, erklären die rechtliche Einordnung und wie einfach oder kompliziert es ist, mit diesen Waffen/Hilfsmitteln umzugehen.

Jedoch sollten sie im besten Falle gar nicht zum Einsatz kommen. Selbstverteidigung ist immer der letzte Ausweg aus einer brenzligen Situation. Die erste Regel lautet daher: Weglaufen! Das gilt vor allem, wenn der potenzielle Angreifer selbst eine Waffe hat.

Hier geht es zu Teil 1

Messer: Legale Waffen & Mittel zur Selbstverteidigung

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Das Messer als Universalwerkzeug erscheint auf den ersten Blick gut geeignet für die Selbstverteidigung. Doch obwohl es eine legale Waffe zur Selbstverteidigung ist, raten wir ab, es dafür einzusetzen. Das hat mehrere Gründe:

  1. Es erfordert viel Training, ein Messer sicher zu handhaben. Wenn du von einem erfahrenen Messerkämpfer angegriffen  wirst, hast du im Kampf nur eine Chance, wenn du selbst ein Profi bist.
  2. Wenn Angreifer und Verteidiger beide mit einem Messer kämpfen, werden beide voraussichtlich verlieren und schwere Verletzungen erleiden. Flucht ist bei einem Messerangriff die erste Wahl.
  3. Mit dem Messer fügst du dem Angreifer schnell Verletzungen zu, die über das gebotene Maß der Notwehr hinausgehen. So kannst du dem Angreifer dauerhafte Schäden zufügen oder ihn sogar töten. Das hat im Zweifelsfall schwere juristische Konsequenzen für dich.

Dazu kommt, das einige Messerformen in Deutschland verboten sind, z.B. Butterflymesser, Faustdolche oder Springmesser mit einer Klingenlänge über 8,5 cm.

Ein Messer als Waffe zur Selbstverteidigung einzustecken empfehlen wir daher nicht - es gibt weitaus einfachere und effektivere Mittel.

Situation:

Erwerb: je nach Messerform

Besitz: je nach Messerform

Führen auf öffentlichen Veranstaltungen

je nach Messerform

Schwierigkeit:

schwierig, hoher Trainingsbedarf

Preisspanne:

je nach Messerform

Fazit:

nicht empfehlenswert

Tonfa: Legale Waffen & Mittel zur Selbstverteidigung

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legale-waffen-selbstverteidigung-teil2-04Tonfas sind eine Art Schlagstock mit einem Quergriff, der es dem Träger zum einen erlaubt, überraschende Angriffe bzw. Abwehrtechniken auszuführen. Zum anderen ermöglicht die Querstange einen festeren Griff auf den Stock.

Hochwertige Tonfas sind teleskopartig aufgebaut und verbrauchen so weniger Platz. Innerhalb eines Schulterholsters kannst du ein Tonfa so versteckt bei dir führen und hast es jederzeit griffbereit. Dies bietet sich für konkrete Gefahrensituationen an, für den Alltag dürfte ein Tonfa recht unbequem sein.

Mit dem Tonfa effektiv umzugehen erfordert zudem Training. Da es als Hieb- und Stoßwaffe gilt, musst du mindestens 18 Jahre alt sein und deinen Personalausweis mit dir führen, wenn du das Tonfa dabei hast.

Situation:

Erwerb: erlaubnisfrei (ab 18 Jahren)

Besitz: erlaubnisfrei (ab 18 Jahren)

Führen auf öffentlichen Veranstaltungen

verboten

Schwierigkeit:

mittel, Trainingsbedarf

Preisspanne:

ca. 10 - 30 €

Fazit:

empfehlenswert bei konkreter Gefahrenlage

Notfall-Apps: Legale Waffen & Mittel zur Selbstverteidigung

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Die Notfall-App ist ähnlich wie der Taschenalarm ein komplett defensives Hilfsmittel zur Selbstverteidigung. Hierbei handelt es sich um eine Smartphone-App, die beim Aufruf einen großen HILFE-Button zeigt. Die genaue Funktionalität dieses Buttons variiert von App zu App. Die App "Mein Notruf" funktioniert beispielsweise folgendermaßen:

Bei Betätigung des Buttons ruft dich ein Servicemitarbeiter an, um festzustellen, welche Art von Hilfe du benötigst. Wenn du nicht ans Telefon gehst (bzw. gehen kannst), verständigt der Mitarbeiter sofort die Polizei per Notruf und übermittelt deine Positionsdaten sowie ggf. weiteren Informationen.

Somit stellen derartige Apps eine interessante Ergänzung zum klassischen Notruf dar, denn du kannst deine Notlage und deine Position in nur wenigen Sekunden kommunizieren. Zudem sind die Apps nicht teuer und meist für einen geringen Jahresbetrag nutzbar.

Situation:

Erwerb: erlaubnisfrei

Besitz: erlaubnisfrei

Führen auf öffentlichen Veranstaltungen:

erlaubt

Schwierigkeit:

einfach

Preisspanne:

je nach App

z.B. Mein Notruf: 24,99 € pro Jahr

Fazit:

empfehlenswert

 

Hier geht es zu Teil 1 der Reihe

 

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