Insekten als Nahrungsmittel? Insekten essen im Survival – Fakten & Wissenswertes

Hast du schon einmal daran gedacht, einen Palmrüsselkäfer zu dir zu nehmen? Oder etwa eine Mopane-Raupe? So abwegig dieser Gedanke erscheint, so realistisch könnte er in der Wildnis werden. Denn Insekten zu sich zu nehmen kann sich im Ernstfall als wichtige und gesunde Nahrungsquelle erweisen. Wenn zum Beispiel andere Quellen, wie Wild oder Früchte, nicht zur Verfügung stehen, sind Insekten als Nahrungsmittel unabdingbar, um bei Kräften zu bleiben. Außerdem sind sie leicht zu fangen und kommen fast überall auf der Welt in großer Menge vor.

Aber Achtung, nicht alle Insekten sind auch wirklich essbar, und auch die Zubereitung unterscheidet sich von Insekt zu Insekt. Daher ist es unerlässlich, sich im Vorfeld schlau zu machen. Wir zeigen dir, woran du essbare und giftige Insekten erkennst und wie du sie zubereitest.

Insekten essen im Survival: Deshalb lohnt es sich

Vor allem in einer Survival-Situation kann es sich für dich als lohnenswert erweisen, auf Insekten als Nahrungsquelle zurückzugreifen. Denn das Sammeln erfordert dich wenig Kraftaufwand und gleichzeitig bergen sie einen hohen Nährstoff- und Proteingehalt  in sich.

So enthalten sie meist viel hochwertiges tierisches Protein, welches vergleichbar mit dem von Rindfleisch ist. Eine Grille zum Beispiel besteht zu 65 Prozent aus Proteinen, wohingegen das Fleisch eines Rindes nur etwa 60 Prozent enthält. Wichtige Eiweiße, Fette, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe sind ebenfalls in den kleinen Tieren zu finden.

insekten-essen-survival-03Daher sind Insekten in Ländern wie dem Kongo oder Kenia häufig ein lebenswichtiges Nahrungsmittel. Denn dort, wo die Menschen sich vorwiegend von Mais ernähren, herrscht oft ein Defizit an Aminosäuren. Die in Termiten oder Palmkäferlarven enthaltenen Aminosäuren helfen dabei, diesen Mangel auszugleichen. Ebenso wie die in Südafrika beliebte Mopane-Raupe, in der besonders viel Eisen enthalten ist.

Weltweit lassen sich mehr als 1.900 Insektenarten essen. Als Nahrungsmittel dienen dem Menschen vor allem verschiedene Käfer-Arten, Grashüpfer sowie Ameisen. Rund zwei Milliarden Menschen auf der Welt ernähren sich von Insekten. Besonders in vielen tropischen Ländern sowie in Südafrika und in Mexiko stehen die kleinen Tiere auf der Speisekarte.

Krankheiten durch Insekten essen – geringes Risiko

Was früher zu Zeiten der Römer und Griechen in Europa an Insekten, wie Heuschrecken und anderen Krabbeltieren, gegessen wurde, löst heutzutage bei den meisten Ekel aus. Das Bild von Insekten ist vielerorts das von krankheitserregenden Tieren.  Allerdings liegen Insekten stammesgeschichtlich vom Menschen viel weiter entfernt als konventionelle Nutztiere, weshalb das Risiko für zoonotische Infektionen (von Mensch zu Tier und von Tier zu Mensch übertragbare Infektionskrankheiten) eher gering ist.

Natürlich sind nicht alle Insekten essbar – mehr dazu erfährst du im Abschnitt „So erkennst du essbare und giftige Insekten“.

Insekten essen im Survival: So findest du essbare Insekten

Insekten sind über die gesamte Welt verteilt und besiedeln nahezu alle Lebensräume. Überwiegend lassen sie sich in Bodennähe finden, aber ebenso gibt es Arten, die sich bevorzugt in Gewässer aufhalten. Insekten in der Natur aufzuspüren ist nicht schwer, dafür kannst dich in ein Waldgebiet in deiner Nähe begeben und einmal schauen, was du dort so findest.

insekten-essen-survival-02Als eine gute Quelle bieten sich am Boden liegenden Baumstämme an. Denn das Totholz stellt einen wichtigen Lebensraum für Insekten und andere Krabbeltiere dar. Nicht nur für Arten, die sich direkt von der Rinde oder dem Holz ernähren, sondern den Baum zugleich auch für ihre Bruthöhlen und Gänge nutzen.

Dort lassen sich größtenteils verschiedene Larven von Mücken und Fliegen finden, die sich von in den Bohrgängen wachsenden Pilzen und Bakterien ernähren. In Baumschwämmen, die an totem Holz wachsen, leben spezialisierte Käfer und Fliegen sowie die meist zahlreich auftretenden Kellerasseln.

Zur Winterzeit ziehen sich Käfer in großen Gruppen in Baumritzen unter der Rinde oder im Boden unter dem Laub zurück. Ameisen dagegen sind schwieriger zu finden, da sie sich einige Meter unter der Erde vergraben. Dort verfallen sie in eine Kältestarre.

Ameisen lassen sich gut an den Erdhügeln erkennen, die in entweder freistehend oder an einem Hindernis, wie einem Baum, anlehnend zu finden sind.

In der Hitze eines Tages sind viele Insekten inaktiv, kommen aber nach einem Regenereignis aus ihren Verstecken hervor, um sich am Wasser zu erfrischen.

Insekten essen im Survival: So erkennst du essbare und giftige Insekten

insekten-essen-survival-04Über eine Million verschiedenen Insektenarten lassen sich auf der Welt finden, aber nicht alles, was kreucht und fleucht, lässt sich im auch Endeffekt verzehren. Selbst wenn die Tiere noch so klein sind, können sie doch Gefahren ins sich bergen, die du aber mit etwas Übung leicht erkennen kannst.

Ein giftiger Käfer lässt zum Beispiel daran erkennen, dass er zur Abwehr von Gefahren eine Flüssigkeit absondert. Der weltweit verbreitete rot-schwarze Marienkäfer zum Beispiel scheidet giftige Wirkstoffe in Form von Blutströpfchen an den Beingelenken aus, deren gelbe, klebrige Flüssigkeit einen unangenehmen Geruch verbreitet.

Diese beiden Merkmale, das Ausscheiden von Flüssigkeiten und der intensive Geruch, sind generell auch bei andere Käferarten ein Warnsignal – besser nicht essen!

Optisch gilt, je bunter ein Insekt, desto giftiger kann es in der Natur auftreten. So zeigte eine Untersuchung, dass Käfer mit der intensivsten Färbung die tödlichste Abwehr zu bieten haben. Der gelbbräunlich gefärbte Nadelbaum-Marienkäfer hingegen erschien am harmlosesten.

Einem Menschen wird das Gift eines Marienkäfers nicht wirklich schaden. Allerdings kann die Flüssigkeit in bestehende Hautverletzungen eindringen, was Schwellungen, Taubheit und Juckreiz zur Folge hätte. Nach etwa zwei Stunden sollten diese Beschwerden aber wieder abklingen.

Auch bei verschiedenen Ameisenarten ist Vorsicht geboten. Einige von ihnen verspritzen Ameisensäure, während sich bei anderen der Biss wie der Kontakt mit einer Brennnessel anfühlt. Deshalb müssen Ameisen für mindestens 6 Minuten gekocht werden, um eventuell in ihnen enthaltende Gifte zu zerstören.

Generell gilt, nur lebende Exemplare von Insekten zu sammeln. Auch Insekten, die sich von Abfällen, Aas oder Kot zu ernähren, sollten gemieden werden, da sie wahrscheinlich Krankheitserreger übertragen.

Die beliebtesten Insekten und ihr Anteil am Gesamtkonsum im Überblick:

  1. Käfer (Coleoptera) - 31 Prozent
  2. Schmetterlinge (Lepidoptera) - 18 Prozent
  3. Bienen, Wespen und Ameisen (Hymenoptera) - 14 Prozent
  4. Grashüpfer, Heuschrecken und Grillen (Orthoptera) - 13 Prozent
  5. Zikaden, Wanzen und Pflanzenläuse (Hemiptera) - 10 Prozent
  6. Termiten (Isoptera) - 3 Prozent
  7. Libellen (Odonata) - 3 Prozent
  8. Fliegen (Diptera) - 2 Prozent
  9. Andere Ordnungen - 5 Prozent

Zubereitung von Insekten

Hast du dich erst einmal mit dem Gedanken angefreundet, ein Insekt zu dir zu nehmen, können sich die folgenden Tipps für die Zubereitung von Insekten als nützlich erweisen.

Grashüpfer & Heuschrecken zubereiten

Bevor du einen Grashüpfer oder eine Heuschrecke verzehren kannst, solltest du deren Eingeweide entnehmen, da sich dort eventuell noch (giftige) Reste von Pflanzen befinden. Dazu hältst du das Tier am besten an seinen Flügeln fest, damit es nicht abhauen kann. Den Kopf des Tieres drehst du um etwa 45 Grad nach hinten, um so gleichzeitig die Eingeweide herauszuziehen. 

Die Flügel, Antennen und Beine sollten ebenso entfernt werden, damit sie beim Verzehr nicht im Hals stecken bleiben. Auch bei essbaren Käfern, wie dem Maikäfer, solltest du die Flügel und Beine entfernen.

Essen kann man den Grashüpfer entweder roh oder über einem Feuer geröstet. Allerdings solltest du die Tiere, wenn möglich, immer über einem Feuer braten. Damit kannst du dir sicher sein, dass eventuell an oder in dem Insekt befindliche Parasiten oder Ähnliches getötet werden. Mit Hilfe eines spitzen Stockes lassen sich die Insekten aufgespießt sehr einfach über das Feuer halten.

Weitere Insekten-Rezepte

Mittlerweile gibt es einige Koch- und Rezeptbücher, bei denen sich alles um Insekten dreht. Wenn dich das Thema interessiert, empfehlen wir dir, ein solches Buch zu kaufen. Es gibt sowohl Bücher mit Survival-Kontext, z.B. „Der große National Geographic Survival Guide“, als auch solche für die feinere Küche, z.B. „Das Insekten-Kochbuch“

Fazit: Insekten essen und das eigene Überleben sichern

Das Insekten häufig nicht schön anzusehen sind und eher als Ungeziefer denn als Nahrungsmittel betrachtet werden, ist verständlich. Dennoch lohnt sich der Gedanke, in einer Notsituation auf diese Nahrungsquelle zurückzugreifen, um sein eigenes Überleben zu sichern. Denn Insekten sind nicht nur in einer hohen Fülle in der Natur zu finden, sondern sind auch nahrhaft und haben einen gesundheitlichen Wert. 

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