Hygiene in der Natur – Die wichtigsten Tipps für Survival & Camping

Wenn du draußen in der Natur bist und dich bereits um die wichtigsten Dinge, wie Wasser- und Nahrungssuche sowie Feuermachen, gekümmert hast, sind deine Grundbedürfnisse zumindest für den Moment befriedigt.

Sobald sich aber ein dringendes Bedürfnis einstellt, solltest du dir auch darüber deine Gedanken machen - denn nicht jeder Ort eignet sich für einen ausgiebigen Toilettengang. Und wo bekommst du eigentlich Zahnpasta und Zahnbürste her?

Alles rund um das Thema Hygiene in der Natur und wie du Platz in deinem Rucksack sparen kannst, erfährst du beim Weiterlesen!

Warum Hygiene in der Natur so wichtig ist

Gesund zu bleiben, wenn du auf dich alleine gestellt bist, ist von zentraler Bedeutung. Denn wenn du dich nicht in der Lage fühlst, jagen zu gehen oder Wasser zu suchen, kann es ziemlich böse für dich enden. Die oberste Regel lautet deshalb, den Körper so regelmäßig wie möglich zu inspizieren und zu reinigen, um ihn vor Entzündungen oder anderen Krankheiten zu bewahren.

Doch auch die Hygiene in deinem Lager ist wichtig. Es lohnt sich, in die Sauberkeit und Ordnung des Lagers zu investieren, wilde Tiere fernzuhalten. Die nämlich können dir nicht nur körperlich gefährlich werden, sondern darüber hinaus auch Krankheiten übertragen. Zudem verhindert Lagerhygiene, dass unangenehme Gerüche entstehen.

Daher solltest du Essensreste und Müll wenn möglich im Feuer verbrennen – Tiere riechen vergrabene Essensreste und werden versuchen, sie auszubuddeln Der Platz für Abfälle und die Latrine liegt immer außerhalb deines Lagerplatzes, damit Fliegen ferngehalten werden.

Sich selber sauber halten – mit und ohne Wasser

Sich tagelang nicht zu waschen, weil es sowieso niemanden stört? Schmutz sammelt sich bevorzugt in Problemzonen wie hinter den Ohren, Bauchnabel, Achselhöhlen, Analbereich und Genitalbereich an und dies kann zu Entzündungen führen. Daher solltest du diese Zonen bevorzugt reinigen, wenn Wasserressourcen nur beschränkt vorhanden sind.

Was aber machst du, wenn kein Wasser zur Verfügung steht beziehungsweise das Wasser so knapp ist, dass es nur zum Trinken reicht? Um keine Tiere wie Fliegen, Mücken oder Ähnliches anzuziehen, kannst du deinen Geruch mit Rauch überdecken. Dazu entfachst du einfach ein Feuer mit viel Rauchentwicklung und stellst dich für einige Minuten in den Rauch. Der Rauch hilft dir nicht nur dabei, lästige Insekten fernzuhalten, sondern wirkt gleichzeitig desinfizierend.

Ordnung und Sauberkeit im Lager 

Hygiene in einer Survival-Situation dreht sich nicht nur um den eigenen Körper, sondern beinhaltet darüber hinaus das eigene Lager. Es sauber und ordentlich zu halten, verhindert den Besuch ungebetener Gäste.

Wenn du für längere Zeit an einem Ort verweilst, können Nahrungsreste leicht Tiere wie beispielsweise Mäuse anlocken. Problematisch wird es immer dann, wenn die Tiere ihren Kot hinterlassen und damit potenziellen Nährboden für Krankheiten schaffen.

Daher solltest du anfallende Nahrungsreste verbrennen und nicht einfach vergraben. Denn Füchse, Ratten und andere Tiere können die Lebensmittel riechen und wieder ausgraben, sobald man das Lager verlässt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, deinen Platz zum Essen mit Fichten- oder Tannenreisig auszulegen. Denn die ätherischen Öle in den Nadeln wirken desinfizierend und haben somit einen selbstreinigenden Effekt auf deinen Lagerplatz.

Der Gang zur Toilette

hygiene-natur-camping-02Wenn du deinen Lagerplatz für längere Zeit an einem Ort einplanst, solltest du dir den Platz für die Latrine genau überlegen. Der Platz sollte nicht zu weit weg vom Lager sein, damit du dich nachts nicht zu weit vom Lager entfernen musst. Außerdem sollte er möglichst weit weg von den Wasserstellen liegen, damit keine Gefahr der Verunreinigung besteht.

Die Fäkalien in dem Graben werden nach jedem Stuhlgang mit Erde bedeckt. Durch Hinzugabe von Wasser förderst du das Wachstum der Bakterien, die die Abfälle auf natürliche Weise zersetzen. Ein Deckel aus Ästen oder großen Blättern über der Latrine schützt überdies davor, Fliegen anzulocken.

Sobald die Latrine anfängt unangenehm zu riechen, solltest du dir einen neuen Platz suchen. Der alte Deckel kann verbrannt und die Latrine wieder mit Erde aufgefüllt werden. 

Wäsche und Geschirr waschen

Das Waschen von Wäsche und Geschirr sind zwei bedeutsame weitere Aspekte, die du beachten solltest, damit erst gar keine Fliegen oder andere Insekten vom Geruch angelockt werden.

Wäsche lässt sich zum Beispiel in einem mitgebrachten Topf oder in einer Faltschüssel mit Seife waschen. Wenn du in einem Bach oder einem Fluss wäscht, solltest du keinerlei Seife benutzen, damit dieser nicht verunreiniget wird.

Eine einfachere Methode ist es, die Strömung eines Flusses für sich zu nutzen. Dazu bindest du deine Wäsche an ein Seil, das Seil wiederum an stabile Äste, und hängst diese dann quer über das Wasser. Die Wäsche sollte dabei komplett unter Wasser getaucht und gut befestigt sein, damit sie nicht davontreibt. Am Besten lässt du die Sachen über Nacht dort hängen, so gehst du sicher, dass durch die Fließgeschwindigkeit des Wassers so viel Schmutz wie möglich aus deiner Wäsche entfernt wird.  

Für das Waschen von schmutzigem Geschirr lässt sich ebenfalls eine Faltschüssel verwenden. Wenn das Wasser allerdings knapp ist, kannst du dir mit einem simplen Trick helfen. Sammle dazu einfach wieder etwas Tannen- oder Fichtenreisig und benutze es dann als eine Art Scheuerschwamm, um den gröbsten Dreck aus deinen Töpfen herauszubekommen. Anschließend kannst du alles noch einmal mit Moos reinigen. Blätter eignen sich ebenfalls für die Reinigung. Allerdings solltest du dir dabei sicher sein, dass die Blätter nicht giftig sind.

Hygieneartikel - Selber herstellen oder mitnehmen?

Mitnehmen solltest du Dinge, die sich in der Natur nicht so einfach herstellen lassen, beziehungsweise sich auch für andere Arbeiten lohnen können. Dazu zählt eine Zeckenzange, um Zecken zu entfernen, sowie ein Rasiermesser, welches sich neben der Rasur auch für andere Schneidemöglichkeiten gebrauchen lässt.

Diese Dinge sind relativ klein und können in einem Extrabeutel im Rucksack mitgeführt werden. Ebenso von Vorteil ist ein kleines Taschenmesser. Darin befinden sich im besten Falle Feile, Zahnstocher, Schere sowie eine Zange.

Seife lässt sich entweder mitnehmen oder selber herstellen.

Mitnehmen solltest du nur abbaubare Seife oder reine Naturseifen, die sich nicht umweltschädlich auswirken. Deren Bestandteile setzen sich lediglich aus Natron und Olivenöl oder anderen hochwertigen Ölen zusammen. Diese Art von Seifen findest du entweder in Outdoorläden oder in Sportgeschäften.

Seife selber herstellen

Du kannst dir deine Seife natürlich auch selber herstellen. Entweder suchst du dir dafür eine Alternative, wie die Blätter von Kastanienbäumen oder der Saft der Ringelbäume, oder du stellst dir deine Seife aus den in der Natur zu findenden Zutaten her.

Selbstgemachte Seife erhältst du aus Hartholzasche. Diese löst du in Wasser und kochst sie auf. Durch Hinzugabe von Fett entsteht ein dicker Brei. Abgefühlt lässt er sich dann in kleinere Stücke schneiden und als Seife verwenden.  

Zahncreme und Zahnbürste – eine Alternative

Zahncreme aus der Natur herzustellen ist sehr einfach. Holzkohle aus dem Lagerfeuer wird dazu mit den Fingern über die Zähne gerieben. Die feinen Partikel reinigen die Zähne und können danach wieder ausgespült werden. Als Zahnbürstenersatz eignet sich zum Beispiel ein kleiner breitgekauter Ast. Allerdings solltest du vorsichtig damit umgehen, damit das Zahnfleisch nicht verletzt wird.

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Hygiene in der Natur & beim Camping – Fazit

Hygiene in der Natur ist nicht nur für das eigene Wohlbefinden von zentraler Bedeutung. Es kann dich davor bewahren, geschwächt oder krank zu werden. Sich selber und den Lagerplatz sauber zu halten, sind dabei die grundlegenden Aspekte, die du immer im Hinterkopf haben solltest.

Auch wenn du einen Trip in die Natur planst, solltest du dir vorher gut überlegen, welche Dinge du mitnehmen musst und welche Alternativen sich dafür in der Natur finden lassen. 

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