Feuer machen Survival: 4 verschiedene Feuer-Arten für Survival-Zwecke

Beim Thema "Feuer machen in einer Survival-Situation" kommt schnell die Frage auf, welche Feuer-Art bzw. Feuertechnik man einsetzen sollte, oder allgemein welche Arten Feuer zu machen sich für Survival-Zwecke besonders anbieten. Denn nicht jede Feuerart ist für jeden Zweck geeignet - Outdoor- und Survival-Freunde müssen sich daher anhand der Erfordernisse auf eine bestimmte Feuer-Technik entscheiden. Wir stellen dir vier Feuer-Arten vor, die im Survival fast immer gebraucht werden.

Zusammenfassung:

Wärmefeuer / Lagerfeuer (Feuer machen Survival)

 Stell dir vor, du hast einen kilometerlangen, anstrengenden Marsch hinter dir, es ist kalt und du spürst deine Beine kaum noch. Was deinem Körper und deinem Geist jetzt am besten hilft, ist ein warmes Lagerfeuer. Du möchtest erreichen, dass das Feuer viel Hitze erzeugt, die es zu den Seiten abgibt (dort, wo du und deine Gruppe sitzen), dass es hell ist (wichtig für die Psyche und Motivation) und dass es wenig Rauch erzeugt.

Zuerst das Thema Rauchentwicklung: Viel Rauch entsteht dann, wenn das Holz eines Feuers feucht ist (bzw. noch lebende Äste verbrannt werden) und wenn das Feuer nur wenig Hitze erzeugt. Wenig Hitze erzeugt es dann, wenn es klein ist (zu wenig Brennmaterial oder das Brennmaterial ist ungünstig aufgestellt) und wenn es nicht genug Sauerstoff bekommt (auch häufig bei ungünstiger Schichtung der Fall).

Um ein möglichst rauchfreies Feuer hinzubekommen, beachte daher diese Punkte:

  • Verwende nur totes, trockenes Holz. Ob Holz feucht ist, erkennst du, indem du das Holz für einige Sekunden gegen deine Lippen hältst - spürst du Kälte, ist das Holz feucht.
  • Ordne das Brennmaterial so an, dass jederzeit Luft an alle Seiten des Feuers kommt. Daher bietet es sich nicht an, dass Brennmaterial einfach übereinander zu werfen.
  • Sorge für schnellen Nachschub an Brennmaterial, damit das Feuer eine gewisse Größe nicht unterschreitet.

Pyramidenfeuer als Allround-Lagerfeuer (Feuer machen Survival)

Die beste Wahl für ein Lagerfeuer ist das sogenannte Pyramidenfeuer. Dieses besteht aus drei Schichten:

  1. Zunder, kleine Äste, Rinde und weiteres leicht brennbares Material als Feuerherz in der Mitte
  2. darum pyramidenförmig mittelgroße Äste
  3. darum wieder pyramidenförmig große Äste

Achte beim Aufbau darauf, dass du immer wieder Zwischenräume lässt und die Äste nicht zu eng aneinander packst. Ansonsten kann es passieren, dass das Feuer nicht genug Sauerstoff bekommt und dadurch eingeht oder viel Rauch erzeugt.

Den Boden, auf dem das Feuer steht, solltest du vorher von Laub und Ästen befreien, damit das Feuer sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Im besten Fall legst du einen Ring von Steinen oder einen niedrigen Erdwall um das Feuer herum.

Ein Pyramidenfeuer hat einen hohen Holzverbrauch. Es bietet sich daher an, zu Beginn einen großen Vorrat an Brennmaterial zu sammeln und in der Nähe des Feuer bereit liegen zu haben.

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Gitterfeuer für große Lagerfeuer (Feuer machen Survival)

Du musst eine große Gruppe warm bekommen und benötigst viel Licht? Mit einem Gitterfeuer baust dir ein extrem heißes und hohes Feuer, das gleichzeitig einen hohen Holzbedarf hat.

Genauso wie beim Pyramidenfeuer baust du dir ein Feuerherz. Darum legst du Äste in der Form eines Gitters - unten die dicksten und nach oben hin immer dünner. Achte darauf, dass der Gitterturm stabil steht und nicht zu hoch wird, sonst kann das brennende Feuer umkippen.

Da ein Gitterfeuer sehr hoch werden kann, achte hier besonders darauf, dass über dem Feuer und in der unmittelbaren Umgebung keine Äste von Bäumen oder Büsche sind.

Kochfeuer & Backfeuer (Feuer machen Survival)

Neben der Wärmefunktion soll ein Feuer uns auch ermöglichen, Nahrung oder Getränke zuzubereiten - indem wir die Nahrung kochen (Suppen, Eintöpfe, Tee, etc.) oder backen (Fleisch, Fisch, Kartoffeln, etc.). Ein Pyramidenfeuer ist dafür nicht gut geeignet, denn es strahlt seine Hitze nach allen Richtungen ab und ist recht hoch. Stattdessen benötigen wir eine Feuerart, die sehr heiß wird, die Hitze kontrolliert abstrahlt und niedrig genug ist, um z.B. einen Topf darüber aufzuhängen. Weiterhin bietet es sich an, wenn das Feuer eine große Menge Glut auf einer weiträumigen Fläche erzeugt.

Hier kannst du zwei Arten von Feuer machen: Ein Sternfeuer und ein Grubenfeuer.

Das Sternfeuer als schnelles Kochfeuer (Feuer machen Survival)

Du brauchst ein schnell aufzubauendes Feuer mit geringem Holzverbrauch und langer Brenndauer? Hier bietet sich ein Sternfeuer an. Für diese Feuer-Technik legst du ein Feuerherz aus kleinen Ästen, Zunder, Rinde, trockenem Gras und anderen leicht brennbaren Materialen an. Darum baust du mit etwas größeren Ästen eine kleine Pyramide. Dieses Mini-Pyramidenfeuer dient dir als Anzünder.

Anschließend benötigst du mehrere dicke Äste, die du sternförmig an die brennende Pyramide legst, sodass sich die Spitzen entzünden. Wichtig: Die Pyramide muss groß genug sein, um die Enden der dicken Äste entzünden zu können. Du solltest daher immer wieder kleines Brennmaterial in der Mitte nachlegen.

Wenn die Spitzen der großen Äste brennen, kannst du sie zusammenschieben und im Laufe der Zeit immer wieder in Richtung Mitte nachbewegen.

Es entsteht eine Flamme, die Hitze vor allem nach oben abstrahlt. Baue dir aus zwei Astgabeln und einem langen Ast ein Gerüst, an dem zu z.B. einen Topf oder Pickpott anhängen kannst.

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Das Grubenfeuer als Survival-Allround-Feuer (Feuer machen Survival)

Die zweite Art, ein tolles Survival-Feuer zum Kochen oder Backen zu machen, ist das Grubenfeuer (auch Dakota-Feuerloch genannt). Dieses Feuer ist windgeschützt, getarnt, strahlt extrem viel Hitze nach oben ab, hinterlässt Glut, die lange warm bleibt, und ist auch eine sehr sichere Feuer-Art, da es sich nur schwer auf umliegende Büsche oder Bäume übertragen und durch Zuschütten innerhalb von Sekunden gelöscht werden kann.

Gibt es beim Grubenfeuer eigentlich auch Nachteile? Ja, ein paar kleine: Das Grubenfeuer ist nicht geeignet, um mehrere Leute zu wärmen, denn nach den Seiten strahlt es so gut wie keine Wärme ab. Weiterhin ist es ein wenig mühsam, das Feuer aufzubauen - um die Grube tief genug hinzubekommen, ist ein Spaten meist unumgänglich.

Dafür kannst du dieses Feuer sowohl zum Kochen als auch zum Backen verwenden. Wie du ein Grubenfeuer aufbaust, siehst du in unserem Video:

Genauso wie beim Sternfeuer kannst du dir aus Astgabeln und einem dicken Ast ein Kochgeschirr bauen und es über dem Grubenfeuer anbringen.

Wenn du das Grubenfeuer auch zum Backen verwenden willst, brauchst du einige mittelgroße Steine, die du zu Beginn in die Grube legst. Während das Feuer brennt, erhitzen sich die Steine und dienen als Wärmespeicher. Ist das Feuer heruntergebrannt, umwickelst du das Backgut mit Blättern, legst du es zwischen die Steine, schüttest das Loch zu und wartest zwei bis drei Stunden.

Signalfeuer (Feuer machen Survival)

feuer-machen-survival-feuerarten-signalfeuer-survicampIn einer Survival-Situation kann es über Leben und Tod entscheiden, auf sich aufmerksam zu machen. Hier benötigst du ein Signalfeuer, das nachts sehr hell ist und tagsüber eine starke Rauchentwicklung hat.

Feuer-Arten im Survival mit hoher Flamme und viel Licht kennst du bereits - das Pyramidenfeuer oder Gitterfeuer. Beide sind auch gut als Signalfeuer geeignet.

Tagsüber ändert sich nicht viel - der Unterschied ist, dass du nach dem Entzünden des Feuers feuchtes Laub, Moos, Plastik oder andere Materialen mit starker Rauchentwicklung auf das Feuer legst.

Ob Nacht oder Tag, ein Signalfeuer muss fertig bereit stehen und bei Bedarf in Sekundenschnelle entzündet werden können. Sobald du die Pyramide oder das Gitter aufgebaut hast, stelle daher sicher, dass das Holz auf Dauer trocken bleibt. Im besten Fall hast du eine Plane, mit der du den Aufbau abdecken kannst. Alternativ benutzt du Äste mit Blättern bzw. Reisig, um das Holz abzudecken.

Besonders auf das Feuerherz musst du Acht geben. Im Gegensatz zum "normalen" Pyramiden- oder Gitterfeuer darf es ruhig größer sein (z.B. mehr trockenes Gras verwenden), damit du das Signalfeuer schneller entzünden kannst. Solltest du kein Feuerzeug oder Streichholz haben, solltest du Glut vom Lagerfeuer aufbewahren, um das Signalfeuer in Gang zu bringen.

Wachfeuer (Feuer machen Survival)

Beim Survival-Wachfeuer, häufig bei der Bundeswehr zum Feuer machen genutzt, soll zum einen Wärme spenden, zum anderen aber getarnt sein. Für eine oder zwei Personen empfehlen wir hier ein Grubenfeuer mit gitterförmig angeordnetem Holz, damit es genug Wärmeentwicklung gibt. Die Grube sollte so tief sein, dass die Flamme nicht über den Grubenrand hinausreicht.

Zusätzlich sollte das Tarnfeuer nach oben hin abgedeckt werden. Dazu baust du am besten ein Gerüst aus vier Astgabeln und zwei Träger-Ästen, auf dem du mit etwas Abstand zum Feuer weitere Äste und darauf Blätter, Moos und Reisig legen kannst. So ist das Feuer auch aus der Luft nicht zu entdecken.

Vorsicht beim Feuermachen

Bitte denke daran, dass es außerhalb von Notfällen in Deutschland nicht erlaubt ist, einfach so in der Natur ein Feuer zu entzünden. Hierzu sind einige Regelungen zu beachten. Hierzu hat der Bushcrafter Kai Sackmann ein umfangreiches Video gedreht, dass wir dir an dieser Stelle empfehlen: Hier geht es zum Video (Klick)

 

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